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Bessere Kommunikation vermeidet unnötige Medikamentengaben

Mit einer besseren Abstimmung zwischen allen Beteiligten Berufsgruppen könnte eine übermäßige Medikamentengabe vermieden und pflegebedürftigen Patienten eine höhere Lebensqualität ermöglicht werden. Das sagte Pflegeforscherin Gabriele Meyer von der Universität Halle-Wittenberg auf einer Fachtagung der Katholischen Stiftungsfachhochschule (KSFH) Ende Juli in München. Sie ging auf das Problem der Differenzierung in der Praxis zwischen der Anwendung eines Arzneimittels außerhalb der genehmigten Anwendungsgebiete, dem sogenannten Off-Label-Use, und tatsächlich übertriebener Medikation ein. Das ist einem Nachbericht der KSFH zu entnehmen. Anhand einer Vielzahl aktueller Studien stellte Meyer das „riesige Potenzial" des Ausschleichens, also der schrittweisen Reduktion der auf die Psyche wirkenden Medikamente, dar. Grundsätzlich seien solche Substanzen allerdings lediglich als Ultima Ratio anzusehen.

Auf der Fachtagung mit rund 300 Pflegewissenschaftlern, Gesundheitspolitikern und Rechtsexperten wurde auch deutlich: Jeder dritte Pflegebedürftige bekommt ungeeignete Medikamente, ohne dass darüber diskutiert wird. Vor allem die medikamentöse Fixierung pflegebedürftiger Menschen sei problematisch, wie die KSFH berichtet. Damit ist die Gabe von beruhigenden Medikamenten gemeint, die dazu führt, dass Betroffene „ruhig gestellt" werden, obwohl keine medizinische Indikation vorliegt. Zwar erfordere eine solche Fixierung eine richterliche Erlaubnis, in der Praxis habe sich allerdings ein Graubereich etabliert, in dem diese Formalie umgangen werde.

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