Passwort vergessen

Vorschlag für Personaluntergrenzen in 15 Fachabteilungen

Die Pläne der Bundesregierung für Personaluntergrenzen fußen bereits auf detaillierten Vorschlägen. Es scheint eine entsprechende Blaupause zu geben, wie einem BibliomedPflege vorliegendem Schreiben zu entnehmen ist. Darin wendet sich Ingrid Fischbach, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, an den Vorsitzenden und die Mitglieder des Bundestags-Gesundheitsausschusses. Dem Schreiben nach hat Jonas Schreyögg, Professor für Management im Gesundheitswesen an der Universität Hamburg, bereits im Mai 2016 für die Expertenkommission der Bundesregierung zum Pflegepersonal im Krankenhaus eine entsprechende Expertise erstellt, das BibliomedPflege ebenfalls vorliegt und das Empfehlungen für 15 Bereiche im Krankenhaus enthält. 

Das Gutachten analysiert, wo höhere Personalstärken zu weniger Komplikationen - gemessen als sogenannte pflegesensitive Ergebnisindikatoren (PSEI) – führen würden. Der gesamte Mehrbedarf schwankt dabei je nach Methodik zwischen 1.222 und 6.043 zusätzlichen Pflegekräften in Deutschland, je nachdem ob das Ziel verfolgt wird, die „schlechtesten“ zehn Prozent auf das Niveau der restlichen 90 Prozent zu bringen oder die 25 Prozent mit der schlechteren Personalausstattung auf das Niveau der restlichen 75 Prozent. Die Tabelle zeigt, welche Mindestpersonalschlüssel sich je nach der Vorgabe ergäben. 

Der Effekt einer höheren Zahl von Pflegefachpersonen auf die Zahl der Komplikationen ist der Studie zufolge je nach PSEI und Fachabteilung stark unterschiedlich. In einer neurologischen Abteilung etwa würde eine feste Mindestverhältniszahl von Pflegekräften zu Patienten den Indikator „Geschwür, Gastritis und gastrointestinale Blutung“ (PSEI 5) stärker beeinflussen als die Dekubitusrate (PSEI 1). Konkret: Eine Reduktion der Belastung einer Pflegerin um einen Patienten würde den PSEI 5 um etwa 0,06 Prozentpunkte senken, die Dekubitusrate lediglich um 0,03 Prozentpunkte. 

Unterm Strich bedeutet dies etwa im Fall des Dekubitus: Würde in allen neurologischen Fachabteilungen eine Pflegekraft maximal 7,5 Patienten versorgen, sänke die Zahl der Dekubitusfälle in Deutschland um 153 auf 1.949 in den Kliniken, die die 25 Prozent der Fälle mit einem schlechteren Personalschlüssel versorgen. Insgesamt werden in diesem Quartil 166.710 Fälle versorgt. (BAL)

Unsere Zeitschriften


DIE SCHWESTER DER PFLEGER

12x jährlich

Die Schwester Der Pfleger -
Deutschlands meistabonnierte Pflegezeitschrift

Pflegen­Intensiv

4x jährlich

PflegenIntensiv ist das Spezialmagazin für Pflegende auf Intensivstationen, in der Anästhesie und im OP

Angehörige pflegen

4x jährlich

Angehörige pflegen ist auf die Bedürfnisse und Fragen pflegender Angehöriger zugeschnitten