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Fall Högel: Klinikverantwortlichen droht Prozess

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen Klinikmitarbeiter aufgenommen, die im Verdacht stehen, bei den Patiententötungen des Krankenpflegers Niels Högel nicht rechtzeitig die Polizei informiert zu haben. Es gehe um Verantwortliche, die nicht richtig hingesehen hätten oder nicht zuhörten, wenn sie Hinweise bekommen hätten, schreibt „Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Einem Stationsleiter und seiner Stellvertreterin aus einem Klinikum in Delmenhorst drohe deshalb noch in diesem Jahr eine Anklage wegen Totschlags durch Unterlassen. Aufgrund ihrer Position seien sie zum Handeln verpflichtet gewesen. Aussagen und Indizien belasteten sie schwer. Zudem ermittele die Soko gegen drei Verantwortliche aus dem Klinikum Oldenburg.

Möglicherweise hätte man deutlich früher einschreiten müssen, räumte der Bremer Rechtsanwalt Helmut Pollähne im Artikel des Nachrichtenmagazins ein, der eine der Beschuldigten aus Delmenhorst vertrete. Jetzt aber gegen einzelne Mitarbeiter den „ungeheuerlichen Vorwurf der vorsätzlichen Patiententötung durch Unterlassen" zu erheben, sei ein durchsichtiges Manöver. Es gehe darum, „die Verjährungsfrist auszuhebeln". Denn die Straftat einer fahrlässigen Tötung sei längst verjährt.

Voraussichtlich im Frühjahr könne laut Spiegel der Prozess gegen den damaligen Stationsleiter und seine Stellvertreterin aus Delmenhorst beginnen.

Der ehemalige Krankenpfleger Högel stand vor Gericht wegen der Ermordung von zwei Patienten und des versuchten Mordes an drei Patienten zwischen 2003 und 2005 am Klinikum Delmenhorst. Im Prozess hatte er dann gestanden, 90 Menschen ein lebensgefährliches Herzmittel gespritzt zu haben, 30 sollen dabei gestorben sein. Nach Spiegel-Angaben ermittele die Polizei jedoch in „einigen hundert" Verdachtsfällen aus den Jahren 1999 und 2005 an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst. Dabei werde eine „Geschichte von mangelnder Verantwortung und fehlendem Pflichtbewusstsein" des Klinikpersonals deutlich, denn Verdachtsmomente hätte es „zuhauf" gegeben.
 

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