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Studie: Keine Verschlechterung nach Privatisierungen

Klinikprivatisierungen in Deutschland führen trotz eines teilweise deutlichen Personalabbaus in der Pflege scheinbar nicht zu schlechterer Qualität. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie eines Teams um Professor Schreyögg von der Universität Hamburg, die die Personaleffekte deutscher Krankenhausprivatisierungen untersucht haben. Demnach hat weder die Übernahme eines Krankenhauses durch einen privaten noch durch einen freigemeinnützigen Träger Einfluss auf die Mortalitätsräte der Patienten.

Ähnlichen Studien in den USA hatten den Hamburger Forschern zufolge eine erhöhte Patientensterblichkeit in jenen Häusern festgestellt, die von der kommunalen Hand in die private wechselten. Die Forscher betonen jedoch, dass die Mortalitätsrate nur einer von vielen Faktoren bei der Qualitätsmessung darstellt. Sie wünschen sich hierzu Folgeuntersuchungen über weitere Effekte des Personalabbaus nach einem Verkauf aus der kommunalen Hand.

132 Klinikverkäufe zwischen 1997 und 2007 wurden in der Hamburger Studie untersucht, wovon 33 Krankenhäuser in die freigemeinnützige Trägerschaft und 99 in die private wechselten. Nicht alle Berufsgruppen waren dabei gleichermaßen von Stellenkürzungen betroffen. Die Privaten reduzierten die Zahl der Krankenpfleger demnach in 4 Jahren um durchschnittlich 11 Prozent, die Freien hingegen nur um 1 Prozent. Private Träger bauten auch deutlich stärker administrative Kräfte (minus 19 Prozent) und nicht-klinische Stellen (minus 38 Prozent) ab als freigemeinnützige (minus 1 beziehungsweise minus 5 Prozent). Ärzte waren von den Kürzungen generell nicht betroffen.

Dass sich die Mortalitätsrate der betroffenen Krankenhäuser trotz dieser Entwicklung nicht verschlechterte, kann den Forschern zufolge auch am Wettbewerbsdruck liegen, dem insbesondere private Betreiber unterlägen. So würden diese eher auf Qualitätsmanagement und Fallzahlensteigerung als Instrument zur Anwerbung von Patienten setzen. In Kombination mit Investititionen in eine bessere Infrastruktur könne dies dazu geführt haben, dass es nicht zu einer Verschlechterung der Qualität kam.

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