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  • 01.05.2016

50 Jahre B. Braun-Stiftung

Die Karriereschmiede

Die Schwester Der Pfleger

Ausgabe 5/2016

Seit nunmehr einem halben Jahrhundert fördert die B. Braun-Stiftung die Aus-, Fort- und Weiterbildung des pflegerischen und medizinischen Nachwuchses – sei es in Form von Einzelförderungen oder großer Fortbildungsveranstaltungen. Zum Jubiläum skizzieren wir das umfangreiche Programm in anschaulichen Teilnehmerporträts.


„Bedeutsam für die Pflegeforschung"

Seit dem ersten Pflege-Thermometer im Jahr 2002 fördert die B. Braun-Stiftung die Reihe des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung. Mittlerweile konnten so acht Studien realisiert werden. Die Pflege-Thermometer haben sich in den vergangenen Jahren als eine der bedeutendsten Untersuchungsreihen in der professionellen Pflege etabliert und werden weit über die Grenzen der Fachwelt diskutiert. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass jeweils aktuelle Themen untersucht werden, die Eingang in aktuelle politische Entscheidungen finden. Die Ergebnisse erhalten darüber hinaus ein breites öffentliches Medienecho in Rundfunk und Fernsehen. Bislang konnten beispielsweise Ergebnisse zur Personalsituation und Patientensicherheit im Krankenhaus gewonnen werden oder Hinweise zur Versorgung von Menschen mit Demenz, zur Versorgung auf Intensivstationen, zur Situation in der teil- und vollstationären sowie der ambulanten Pflege. Ohne eine kontinuierliche Förderung würden diese Ergebnisse der Fachwelt fehlen und damit wichtige Kennzahlen, um die professionelle Pflege zu stärken.

Prof. Dr. Michael Isfort, 46, ist stellvertretender Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstands des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e. V. (dip)

Pflegeforschungsprojekte

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. führt regelmäßig große Untersuchungsreihen zu zentralen pflegerischen Themen in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung durch. Das Pflege-Thermometer ist für die Gesundheitspolitik im Land zu einer wichtigen Quelle der Information geworden.



„Hoher Nutzen für den Unterricht"

Im Herbst eines jeden Jahres steht bei uns im CBG traditionell die Fortbildung für Pflegende auf dem Programm. Auch für Schüler, die kurz zuvor erst mit ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege begonnen haben, ist die Veranstaltung ein wichtiger Unterrichtstermin. Sie lernen berufspolitische Entwicklungen kennen, die die Pflege künftig beeinflussen werden, und hören von Themen, die die Szene aktuell bewegen. Zurück im Unterricht gehören Nachbesprechungen und ausführliche Diskussionen zu ausgewählten Thema zum Standard. Von besonders hohem Nutzen ist dabei die Möglichkeit, im Archiv auf der Webseite der Stiftung die Vorträge noch einmal aufrufen zu können.

Karin Sauerwein, 48, ist Berufspädagogin im Gesundheitswesen (B.A.) und stellvertretende Leiterin des Christlichen Bildungsinstituts (CBG) in Kassel

Fortbildung für Pflegende

Diese jährliche Veranstaltung zählt mit mehr als 1.400 Teilnehmern zu den größten Fachforen für Pflegende in Deutschland und wird sowohl von Fachpersonal als auch von Pflegeschülern besucht. Die Vorträge greifen Themen aus dem Stationsalltag auf, um Pflegende für ihren Beruf noch besser zu qualifizieren und ihnen den Austausch mit Referenten und Kollegen zu ermöglichen. Die Programmplanung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Redaktion von „Die Schwester Der Pfleger". Eine begleitende Industrieausstellung rundet die Veranstaltung ab.


„Das Jahr hat sich mehr als gelohnt"

Es war sehr spannend, intensiv und horizonterweiternd, in den USA dank des Stipendiums forschen zu dürfen. Das Land ist sehr innovativ im Gesundheitssektor, vor allem was die Pflege betrifft. Besonders für Pflegewissenschaftler ist es deshalb eine super Chance, ein Jahr in Amerika an einer Elite-Universität zu forschen, das amerikanische Gesundheitssystem genau kennenzulernen und so auch zu reflektieren, wie Deutschland im Vergleich dasteht.

Das Jahr war ein Gewinn für mich und meinen weiteren beruflichen Weg. Ich hatte die Gelegenheit, einen internationalen Ländervergleich zur Substitution und Delegation von ärztlichen Tätigkeiten vorzunehmen. Die Studie hat viel Interesse geweckt und ich habe einige Anfragen zu Vorträgen und Publikationen erhalten. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, möchte mit mir zusammenarbeiten und eine Extrapublikation erstellen. Allein wenn man sich das anschaut, hat sich das Jahr mehr als gelohnt.

Claudia Maier, 35, hat an der Fachhochschule in Fulda Pflegewissenschaften und an der Universität Bielefeld Gesundheitswissenschaften studiert. Vor ihrem Auslandsaufenthalt war sie bei den Vereinten Nationen im Programm zur Reduzierung von HIV/AIDS (UNAIDS) in Genf tätig

Harkness Fellowship

Das Programm der privaten Stiftung des Commonwealth Funds mit Sitz in New York fördert Projekte, die einen Vergleich der Vereinigten Staaten mit dem Heimatland des Stipendiaten beinhalten. Das Fellowship soll die Teilnehmer qualifizieren, Führungspositionen in der akademischen Welt, in der Regierung oder in Gesundheitsorganisationen einzunehmen. Das Programm richtet sich an Experten in gesundheitspolitischen Fragen aus Australien, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Schweden und seit 2006 auch aus Deutschland. Das deutsche Stipendium finanziert die B. Braun-Stiftung.


„Mein neuer Job erfüllt mich"

Nach kritischer Auseinandersetzung mit mir selbst und meiner Familie entschloss ich mich Ende 2014 nach fast 28 Jahren, als Pflegefachperson in einem Krankenhaus zu kündigen und aus der praktischen Pflege auszuscheiden. Zwar habe ich diesen Beruf über viele Jahre sehr gerne ausgeübt, doch es war Zeit für eine Veränderung.

Dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung in Höhe von 1.200 Euro konnte ich mich als Altenpflegelehrerin weiterbilden. Seit Mai vergangenen Jahres arbeite ich nun auch in meinem neuen Job und stelle mich den Herausforderungen als Lehrkraft mit all ihren Facetten. Der Arbeitsbereich ist sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll. Neben dem eigentlichen Unterrichten gilt es, die Kursabläufe zu organisieren sowie die Interaktion der Schüler untereinander und als Lerngruppe mit der Lehrkraft zu steuern. Die Arbeit erfüllt mich mit Freude, sodass ich sehr froh bin, diesen Schritt gegangen zu sein.

Silke Meers, 50, ist Altenpflegelehrerin an der Altenpflegeschule Kassel der AWO gemeinnützige Gesellschaft für soziale Einrichtungen und Dienste in Nordhessen mbH

Stipendium für Pflegende

Die B. Braun-Stiftung vergibt regelmäßig Stipendien zur Fort- und Weiterbildung in Pflege und Medizin. Die jeweiligen Einzelstipendien dienen als Zuschuss zu den Kosten des Lebensunterhalts während der Fort- oder Weiterbildung.


„Mein Traum wird wahr"

Mein Traum ist, finanziell unabhängig zu sein und eine sinnvolle Aufgabe übernehmen zu können. Das ist für die meisten jungen Mädchen in Indien nicht selbstverständlich, denn sie sind sehr benachteiligt, was die Ausbildung betrifft. Universitäten und Colleges sind in Indien zudem kostenpflichtig. Die meisten Familien, wie auch meine, können sich das nicht leisten. Umso dankbarer bin ich, dass die Stiftung über die gesamte Studiendauer von vier Jahren die Gebühren, Bücher, Uniform und sonstige Kosten übernimmt. Ich bin sehr stolz, dass ich studieren kann. Sieht so aus, als wenn mein Traum wirklich wahr werden würde.

Jyotilaxmi Jayvel, 21, ist eine der ersten indischen Stipendiatinnen und steht kurz vor ihrem Abschluss zur examinierten Krankenpflegerin

Nursing Education Promotion Program

Die Ausbildung von Frauen sollte nicht an finanziellen Grenzen scheitern, in vielen Teilen der Welt ist das jedoch viel zu oft der Fall. Deshalb finanziert die B. Braun-Stiftung seit einigen Jahren jungen Frauen in Indien eine vierjährige akademische Pflegeausbildung und übernimmt die Studiengebühren. So können jährlich bis zu acht Frauen ihr Bachelor-Studium an der Frauenuniversität SNDT Women's College of Nursing in Mumbai absolvieren.


„Weitblick gewonnen"

Mir hat das Programm beruflich sehr viel gebracht – nicht zuletzt, weil ich gleich zu Beginn ein gutes Verhältnis zu meinem Mentor hatte. Er hat mich sehr unterstützt, als es darum ging, mich beruflich weiterzuentwickeln. Letztlich habe ich mit der Weiterbildung mein Selbstbewusstsein um ein Vielfaches stärken können und mehr Weitblick gewonnen. Die unterschiedlichen Sichtweisen der Teilnehmer und Referenten haben mir selbst auch völlig neue Gedankengänge eröffnet.

Zusätzlich sind die Einladungen zu den Alumnitreffen und die damit verbundene Möglichkeit, an Kongressen wie dem DRG-Forum teilzunehmen, sehr wichtig, um die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitssystem mitzubekommen und Kontakte zu pflegen.

Daniela Telzer, 30, ist kaufmännische Assistentin des Klinikdirektors für Anästhesie und Intensivmedizin des Klinikums Leverkusen

Mentoring-Programm

Die B. Braun-Stiftung aus dem nordhessischen Melsungen und die Zürcher Careum Stiftung fördern mit diesem berufsbegleitenden Programm ambitionierte Fachkräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Teilnehmen können junge Erwachsene bis 35 Jahre aus Pflege, Management, Politik und Medizin, die sich für Führungsaufgaben in der Gesundheitsversorgung qualifizieren möchten und mindestens ein Jahr Berufserfahrung mitbringen. Das Programm besteht aus sechs Wochenendseminaren sowie der Erarbeitung und Präsentation eines Businessplans. Die Mentees werden von einem persönlichen Mentor begleitet.


„Aufschlussreiches Netzwerk entstanden"

Die große Bandbreite klinikspezifischer Themen – angefangen vom Management in Organisationen über interprofessionelle Kommunikation bis hin zu Krankenhausfinanzierung – war für mich besonders interessant. Die Seminartage kombinierten Theorieeinheiten mit praxisorientierter Gruppenarbeit, sodass wir erlerntes Wissen gleich an konkreten Beispielen anwenden konnten.

Der Informations- und Gedankenaustausch mit den anderen Seminarteilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet war abseits der Lerneinheiten sehr aufschlussreich. Es ist ein tolles Netzwerk entstanden. So konnte ich durchaus Ratschläge einholen oder auch einfach mal hören, wie die einzelnen Prozesse in anderen Kliniken und Bereichen laufen.

Die Fortbildung hat mir gezeigt, dass es noch viel Raum gibt, mich fort- und weiterzubilden, und dass ich auch immer noch Lust dazu habe. Deshalb absolviere ich seit diesem Jahr ein Studium in Pflegemanagement an der Hamburger Fernhochschule. Allein dadurch, dass mich die positiven Erfahrungen im vergangenen Jahr dazu ermutigt haben, dieses Studium aufzunehmen, hat sich die Teilnahme an der Fortbildung für mich persönlich mehr als gelohnt.

Tobias Zeschky, 42, ist Stationsleiter der kardiologischen Intensivstation der Klinik für Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Expertise in Leadership für Pflegende

Mit dieser Fortbildung hat es sich die B. Braun-Stiftung zur Aufgabe gemacht, gezielt die Managementqualitäten von Pflegenden zu fördern. Am Ende der insgesamt sechs Seminare müssen die Teilnehmer für ein fiktives Krankenhaus in kommunaler Trägerschaft ein Projekt ausarbeiten und dem fiktiven Stadtrat überzeugend präsentieren.