Passwort vergessen
  • 01.05.2010
  • Forschung

Als die Schwester noch mit dem Fahrrad kam

Die Schwester Der Pfleger

Ausgabe 5/2010

Das Diakonissen-Krankenhaus Henriettenstiftung in Hannover wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Schon 1865 wurden von dort Schwestern in die Gemeindepflege entsandt – eine frühe Form der ambulanten Versorgung. Vom 9. Mai bis 24. September 2010 findet dazu eine Erlebnisausstellung in Hannover statt. Daneben nehmen ein Studientag und ein außergewöhnlicher Schreibworkshop die Pflege heute und morgen in den Blick.

Angefordert von Kirchengemeinden und ausgesendet von ihrem Mutterhaus kamen die Diakonissen als „Dienerinnen der Barmherzigkeit" ganz nah an die Menschen heran. Über die Hausbesuche leisteten sie Hilfe durch die Übernahme der Krankenpflege, teilweise auch der Haushaltsführung und der Kindererziehung. Sie trösteten und brachten das Wort Gottes ins Haus.

Wer waren diese tapferen Frauen? Unter welchen Bedingungen arbeiteten die ersten Gemeindeschwestern? Was fanden sie vor in den städtischen Elendsvierteln des 19. Jahrhunderts und in den abgelegenen Gemeinden auf dem Land? Was unterschied ihre Arbeit von den Aufgaben und Belastungen in der ambulanten Pflege heute? Diesen Fragen stellt sich die Ausstellung „Als die Schwester noch mit dem Fahrrad kam …" in Hannover.

Die Besucher erwartet die Wohn- und Arbeitswelt einer Gemeindeschwester um 1900. Sie können staunen über die Bedeutung des Radfahrens und über Schwestern mit Motorroller und Isetta. Sie vertiefen sich in die Geschichte der diakonischen Gemeindepflege von den Anfängen im 19. Jahrhundert über die Probleme in Kriegszeiten bis hin zu den Umstrukturierungen der häuslichen Pflege in den 1970er-Jahren. Mit Fotos, Collagen, Zeitdokumenten und großen Lesebüchern haben die Ausstellungsmacher eine Dokumentation arrangiert, die die Besucher eintauchen lässt in Geschichte und Entwicklung der Gemeindepflege bis zum Umbau in Sozialstationen und dem Einzug „freier" Schwestern in den 1970er-Jahren.

 

Pflege(n) heute – Pflege(n) morgen

Wo steht die ambulante Pflege heute? Wie können wir mit dem immer größer werdenden Bedarf einerseits und den einschränkenden Arbeitsbedingungen andererseits umgehen? Welche Modelle reagieren auf die veränderten Pflegebedingungen zu Hause? Diesen Fragen wird am „Tag der ambulanten Pflege" am 11. Juni 2010 in der Henriettenstiftung nachgegangen. Der Studientag setzt Impulse zur heutigen Situation der ambulanten Pflege. Vorgestellt werden beispielsweise das Modellprojekt „AGnES", das Projekt GemeindeSchwester (Weiterbildungsangebot in der Gemeindediakonie, Diakoniewerk Witten) und die Markusschwester, ein Projekt der Markusgemeinde Hildesheim.

 

Ein kreativer Schreibworkshop am 28. Mai 2010 in Hannover ist ein weiteres Angebot der Henriettenstiftung – für Mitarbeitende aus allen Pflegebereichen, für pflegende Angehörige und für Betroffene. Schreiben als kreativer Prozess: Gedanken, Ängste, Hoffnungen niederschreiben, verstehen, innerlich verarbeiten. Sich und den anderen begegnen, Impulse aufnehmen, vielleicht manches anders sehen – so umschreibt die Leiterin des Schreibworkshops, die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Christina Rohwetter, dieses  außergewöhnliche Angebot.

Übersicht Veranstaltungen
Ausstellung „Als die Schwester noch mit dem Fahrrad kam …", 9. Mai bis 24. September 2010
–  Kreativer Schreibworkshop „Lebenswelt Pflege", 28. Mai 2010 (11 bis 17 Uhr), umgehende Anmeldung erforderlich
–  „Tag der ambulanten Pflege" (Studientag), 11. Juni 2010 (Anmeldung bis 17. Mai 2010)
Veranstaltungsort ist jeweils die Henriettenstiftung Hannover,
Marienstraße 72, 30171 Hannover

Die Ausstellung ist insbesondere für Auszubildende in den verschiedenen Pflegeberufen geeignet. Eine Broschüre bietet weitere Detailinformationen zum Mitnehmen und Nachlesen. Außerdem kann die Ausstellung ab Herbst 2010 ausgeliehen werden. Weitere Informationen und Anmeldungen zu den Veranstaltungen bei Projektleiterin Ulrike Tüpker, Tel.: (0511) 289-2214,
E-Mail: ulrike.tuepker@henriettenstiftung.de, www.henriettenstiftung.de