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  • 01.10.2008
  • Forschung

OP-Barometer Pflege: "Die Arbeit im OP hat sich massiv verändert"

Die Schwester Der Pfleger

Ausgabe 10/2008

Zwischen 25 und 40 Prozent des Krankenhauserlöses werden im OP-Bereich erzielt. Die Operation ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Kernprozesse, die ein Krankenhaus zu bieten hat. In allen OP-Bereichen arbeiten neben den Operateuren und Anästhesisten natürlich auch Funktionspflegekräfte. Diese unterstützen die ärztlichen Mitarbeiter nicht nur bei deren Tätigkeiten, sie sorgen sowohl logistisch, als auch organisatorisch für die notwendigen Rahmenbedingungen. In der öffentlichen Wahrnehmung geht diese Berufsgruppe oft unter, da mit dem Begriff Pflege im Krankenhaus meist die – vom Patienten natürlich nachhaltig wahrgenommen – Stationspflege gemeint ist. Prof. Busse von der FH Frankfurt hat aus diesem Grund nun das „OP-Barometer Pflege" entwickelt. Wir befragten ihn nach Intention und Inhalt.

Herr Prof. Busse, Sie werden im Spätherbst dieses Jahres zusammen mit der Firma 3M die erste Ausgabe des „OP-Barometers Pflege" veröffentlichen. Können Sie uns verraten, was hinter dieser Veröffentlichung steckt und welchen Nutzen Sie sich davon versprechen?
Durch die ständige Beschäftigung mit dem Thema OP-Management, aber auch durch meine Studierenden werde ich immer wieder mit Fragen konfrontiert: Wie hat sich der Arbeitsplatz der Funktionspflege im OP-Bereich in den letzten Jahren verändert, welche Attraktivität geht noch von diesem aus oder kommen eigentlich die Bemühungen der Krankenhäuser um Qualitätssicherung auch im OP-Bereich an? Parallel zu diesen Fragestellungen bemerke ich in meinen OP-Projekten eine sinkende Arbeitsmotivation der Pflegenden im OP-Bereich, da bei ihnen das Gefühl entstanden ist, dass viele Problemstellungen auf ihrem Rücken ausgetragen werden und die wirklich notwendigen Veränderungen nicht von allen Berufsgruppen eingefordert werden.
Wir möchten durch das „OP-Barometer Pflege" ein Sprachrohr schaffen, um Problemstellungen – wenn diese überhaupt vorhanden sind – dieser Berufsgruppe aufzuzeigen und somit eine Öffentlichkeitsplattform für die im OP-Bereich tätigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schaffen.

 

Konkret bedeutet dies, Sie machen eine Befragung der im OP-Bereich tätigen Pflegekräfte, um deren Stimmungslage zu erheben?
Wir führen eine Befragung durch, die sich nicht nur mit der Einschätzung der eigenen Arbeitssituation der dort Tätigen beschäftigt, sondern auch aktuelle Fragen nach dem Organisationsgrad, der Übernahme ärztlicher Tätigkeiten oder nach dem Verhältnis zum Patienten stellt. Wir haben vor, diese Befragung jährlich zu erheben, um Entwicklungstendenzen aufzeigen zu können und den Krankenhäusern Ansätze zu geben, aus unserer Sicht dringend notwendige Personalentwicklungsmaßnahmen in diesem Bereich einzuleiten. Ohne eine qualifizierte und motivierte Funktionspflege im OP-Bereich dürfte auch für den noch so guten Operateur das Operieren in Zukunft schwieriger werden.

 

Wer kann an dieser Befragung teilnehmen und welchen Nutzen haben die Teilnehmer?
Teilnehmen kann jedes Akut-Krankenhaus in der Bundesrepublik, das über einen OP-Bereich verfügt. Aktuell befragt werden OP-Pflege, Anästhesie-Pflege, OTA oder ATA. Für das Jahr 2008 ist die Befragung abgeschlossen. Wer 2009 teilnehmen möchte, möge sich bei uns melden, wir werden den Interessenten dann zeitnah 2009 die Bögen und die dazu notwendigen Informationen zusenden. Je mehr Teilnehmer wir haben, umso besser werden die Aussagen, und der Stellenwert des OP-Barometers in der Öffentlichkeit steigt. Dies sollte im Interesse dieser Berufsgruppe sein.

 

Prinzipiell ist die Befragung anonym. Somit ist nicht angedacht, den teilnehmenden OP-Bereichen individuelle Auswertungen auszuhändigen. Wir werden aber die Daten detailliert aufbereiten und den beteiligten Häusern diese Aufbereitung dann jeweils automatisch zur Verfügung stellen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse werden wir Ende des Jahres in dieser Zeitschrift veröffentlichen.

 

Professor Busse, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Kontakt
Prof. Thomas Busse,
Prodekan, Fachbereich 4, Fachhochschule Frankfurt
Nibelungenplatz 1
60318 Frankfurt am Main
E-Mail: busse@fb4.fh-frankfurt.de