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  • 17.11.2017
  • Management

Neuer DPR-Vorstand

"Professionell Pflegende brauchen mehr Autonomie"

Im September hat der Deutsche Pflegerat einen neuen Vorstand gewählt. Wir sprachen mit der neuen Vizepräsidentin Christine Vogler, wofür sie sich in ihrer neuen Position künftig einsetzen will.

Sie sind stellvertretende Vorsitzende des BundesverbandsLehrende Gesundheits- und Sozialberufe(BLGS). Warum war es Ihnen wichtig, auch im DPRVorstandeine zentrale Rolle einzunehmen?

Das neue Pflegeberufegesetz wird viele Veränderungen mit sich bringen. Am Pflegeberuf zerren bereits in der Ausbildung viele, unter anderem Kostenträger und das Management. Gerade jetzt in der Zeit der Neugestaltung und Umsetzung ist es wichtig, die Bildungsperspektive immer wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

Welche kurz-, mittel- und langfristigen Meilensteine muss der DPR nun gemeinsam für die Pflege angehen?

Es gibt drei wesentliche Punkte: das Pflegeberufegesetz umsetzen, die Etablierung weiterer Pflegekammern unterstützen und die Bundespflegekammer mitinitiieren sowie den Fachkräftemangel mit den Verbänden im Rat weiter thematisieren. Dabei ist es wichtig, konkrete Vorschläge, Hinweise und Empfehlungen zu entwickeln, die durch pflegerische Fachexpertise getragen werden. Ideen aus Politik und Wirtschaft verfolgen meist kurzfristige Interessen, die dem Anspruch der Versorgung langfristig nicht gerecht werden können. Außerdem muss einerseits die Diskussion um die Auflösung der Trennung der Sozialgesetzbücher V und XI zugunsten einer optimierten Versorgung vorangebracht werden. Andererseits muss es über die Vorbehaltstätigkeiten möglich sein, bei entsprechender pflegerischer Qualifikation Leistungen selbstständig abrechnen zu können. Die beiden letztgenannten Punkte sind allerdings Prozesse, die zwar jetzt angegangen werden müssen, aber die weit über die Legislatur andauern werden.

Für welche Ziele kämpfen Sie persönlich in Ihrer Funktion als DPR-Vizepräsidentin?

Pflegende sichern in unglaublich vielen Situationen, an vielen Orten und unter verschiedensten Bedingungen pflegerische Versorgung, Betreuung und Unterstützung. Aus meiner Sicht ist es wichtig, das Gemeinsame der Profession zu stärken, Solidarität unter Pflegenden weiterzuentwickeln und Autonomie für professionell Pflegende - im Sinne von Pflegekammern - weiter massiv einzufordern. Pflegende müssen künftig in die Entscheidungsgremien von Politik und Gesundheitswirtschaft. Vielleicht sind wir alle gemeinsam in vier Jahren ein bisschen weiter. Dafür stehe ich jedenfalls gerne morgens auf!

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