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  • 22.06.2017
  • Praxis

Psychische Belastung am Arbeitsplatz

Gemeinschaftliche Verantwortung

Wie können Vorgesetzte ihre Mitarbeiter in der Pflege vor zu viel Stress und psychischen Belastungen schützen? Was können Pflegende selbst tun? Die Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats, Andrea Lemke, fast wesentliche Punkte zusammen.

Zeitdruck und Hektik, mangelnde Anerkennung, wenig Autonomie – das alles sind berufsbedingte Risikofaktoren für das Entstehen einer psychischen Erkrankung, und sie sind symptomatisch für den Arbeitsalltag in der Pflege. Arbeitgeber können derlei Stress nicht gänzlich von ihren Mitarbeitern fernhalten. Denn teilweise ist der Stress das Resultat der vorgegebenen Rahmenbedingungen. Mit besseren personellen Vorgaben würde sich beispielsweise schon einiges ändern.

Aber: Auch Arbeitgeber stehen in der Pflicht, ihre Mitarbeiter gesund zu halten. Ein vertrauensvolles Miteinander im Team sowie eine offene und berufsgruppenübergreifende Kommunikation sind dabei genauso wichtig, wie ein wertschätzender Umgang. Ein „offenes Ohr“ für die Anliegen der Mitarbeiter zu haben, ist essentiell. Auch wenn man als Arbeitgeber vielleicht nicht immer Abhilfe schaffen kann, so kann man doch gemeinsam nach Lösungen suchen – etwa indem Arbeitsabläufe überdacht oder Kontakte zu weiteren Hilfsangeboten vermittelt werden. Angebote für betriebliches Gesundheitsmanagement spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, wie Kurse für Rücken- oder Entspannungsübungen. Konsequenterweise sollte dafür auch die nötige Zeit zur Verfügung stehen.

Solche Angebote müssen die Mitarbeiter dann aber auch nutzen. Denn auch sie stehen in der Pflicht – und zwar achtsam gegenüber sich selbst zu sein. Schließlich sind sie es, die entscheidend zu der Zufriedenheit der Patienten beitragen. Das bleibt nur so, wenn Politiker, Krankenversicherer und Arbeitgeber gleichermaßen Verantwortung übernehmen und die Arbeitsbedingungen verbessern.

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