Passwort vergessen
  • 10.10.2017
  • Praxis

Pflege an besonderen Orten

Die Flight Nurse

Nervenaufreibend und turbulent kann es als Flight Nurse zugehen. 

Maximilian Klaritsch ist Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer Intensivstation des Universitätsklinikums Heidelberg und arbeitet nebenberuflich als Flight Nurse, als fliegender Rettungsassistent, für einen Anbieter internationaler Ambulanzflüge. Seine Arbeitszeit im Klinikum hat der 27-Jährige auf 65 Prozent reduziert, so kann er an bis zu zehn Tagen im Monat seinem Traumjob nachgehen. "Stellen als Flight Nurse sind sehr beliebt, man muss sich gegen viel Konkurrenz durchsetzen. Ich bin stolz, dass ich es geschafft habe."

Inzwischen hat Klaritsch geschätzt 30 Länder bereist und dabei Flughäfen, Intensivstationen und Krankentransporte in aller Welt kennengelernt. Jedes Mal gilt es, sich auf die Zustände vor Ort einzustellen und mit dem begleitenden Arzt zu bewerten, ob der Patient überhaupt flugfähig ist. Denn während des Flugs sind Probleme vorprogrammiert: "Die meisten Passagiere sind Intensivpatienten und werden beatmet. Bei Start und Landung sackt der Kreislauf ab. Das kann schnell kritisch werden", so Klaritsch.

Nervenaufreibend kann schon der kurze Aufenthalt im Zielland sein: Im vergangenen Jahr begleitete Klaritsch einen Flug in den Tschad, um eine Schwangere mit Herzproblemen nach Paris zu bringen. "Dort wurden schon Privatmaschinen gesprengt oder eine Bombe an Bord geschmuggelt – da fühlt man sich nicht besonders wohl", sagt er. Doch alles ging glatt. Wie zur Entschädigung flog der Pilot halb um den Eiffelturm herum, was für die Besatzung ein unvergessliches Erlebnis war. "Die halbe Umkreisung des Pariser Wahrzeichens gehörte zur speziellen Abflugroute, was bei Intensivtransporten normal ist. Doch wir haben gestrahlt wie die Honigkuchenpferde."

Autor

WEITERE FACHARTIKEL AUS DEN KATEGORIEN

Das Wichtigste aus der Pflege

Erhalten Sie kostenlos alle pflegerelevanten News aus Politik, Wissenschaft und Praxis

JETZT KOSTENLOS
ANMELDEN
Schließen