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  • 27.08.2014
  • Bildung

E-Learning

Digital lernen

Die E-Learning-Plattform ILIAS der Universitätsmedizin Göttingen ermöglicht selbstständiges, zeit- und ortsunabhängiges Lernen. Auch in der Fachweiterbildung von Pflegenden ist es als zusätzliches Lernangebot akzeptiert.

Um den Beschäftigten eine selbstständige, zeit- und ortsunabhängige Wissensaneignung zu ermöglichen, wurde in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) Anfang 2012 die E-Learning-Plattform ILIAS (Integriertes Lern-, Informations- und Arbeitskooperations-System) etabliert. Die Implementierung dieser Lernplattform wird von der Europäischen Union, dem Europäischen Sozialfonds für Deutschland und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen des Projektes „Interprofessionelle Personalentwicklung im Krankenhaus unter Einbeziehung von Blended-Learning (IPIK)" gefördert. Das Ziel dieses Projektes besteht vor allem darin, das betriebliche Bildungsangebot medial zu ergänzen und zu erweitern.

Ständige Verfügbarkeit
Kurse im Blended-Learning-Format verbinden E-Learning, Präsenz- und Selbstlernphasen. Durch ansprechend und abwechslungsreich gestaltete E-Learning-Arrangements können Selbstlern- und Medienkompetenzen entwickelt werden, die auch das lebenslange Lernen fördern.

In den Fachweiterbildungen der UMG haben die zukünftigen Fachkräfte die Möglichkeit, durch Blended-Learning-Seminare sowohl ihr Fachwissen, als auch Fähigkeiten im Zeit-, Lern- und Selbstmanagement auszubauen. Die zeitliche und räumliche Unabhängigkeit des Lernens bildet dabei einen entscheidenden Vorteil gerade für Beschäftigte, die im Schichtdienst tätig sind.

Vor der erstmaligen Online-Arbeit werden die Pflegenden in der UMG in einer 90-minütigen Präsenzveranstaltung in die Arbeit mit der Lernplattform ILIAS eingeführt. Hierbei werden den Teilnehmenden der Aufbau und die Nutzung von Lernmodulen und Glossaren, das Erstellen und Lesen von ILIAS-Mails, der Umgang mit Chats und Weblinks vorgestellt und die verschiedenen Möglichkeiten von Tests praktisch erprobt.

Beim E-Learning sind die Lerninhalte so aufzubereiten, so dass sie von den Lernenden sinnvoll genutzt werden können und zum selbstgesteuerten Lernen motivieren. Durch die verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten und die Betreuung durch Tutorinnen und Tutoren auf der Lernplattform kann jederzeit Rat und Hilfe eingeholt werden.

Lernplattformen zeichnen sich durch eine ständige Verfügbarkeit aus. Hierdurch stehen Unterrichtsinhalte permanent zur Verfügung, wodurch ein zeitunabhängiges Lernen individuell oder auch in themenbezogenen (Klein-) Gruppen ermöglicht werden kann.

Beim Blended-Learning entfällt ferner die Mitnahme von Büchern. Skripte und andere Unterlagen liegen themenspezifisch geordnet auf ILIAS und sind so stets auch für die Lernenden verfügbar, die am Präsenzunterricht nicht teilnehmen konnten. Durch Selbstlerntests können Teilnehmende ihren Lernerfolg selbstständig überprüfen und bei Fragen können Lehrende jederzeit über die Lernplattform kontaktiert werden. In der Praxis nutzen die Lehrenden ILIAS zusätzlich auch für die Bereitstellung von Stundenplänen und die Terminabsprachen, zum Beispiel bei Praxisbegleitungen. Dabei können mögliche Sprechstundentermine in den einzelnen Kursen eingesehen und von Lernenden gebucht werden.

Eigenmotivation erforderlich
Im Rahmen der Projekteinführung wurde als eine der ersten Maßnahmen geprüft, wie Blended-Learning in der Fachweiterbildung von Pflegenden genutzt werden kann. Obwohl die Teilnehmenden in den Fachweiterbildungen zumeist an den Umgang mit dem Arbeitsplatzcomputer gewohnt waren, musste die Akzeptanz des PCs als Lernmedium teilweise erst gewonnen werden. Die Erfahrung hat in Folge gezeigt, dass die Lernplattform innerhalb des ersten Jahres als zusätzliches Lernangebot akzeptiert wurde, was auf die intensive Begleitung der Teilnehmenden während der Schulungsmaßnahme zurückzuführen ist.

Die Nutzung der Lernplattform ILIAS hat in der Fachweiterbildung dazu geführt, dass digitale Lernszenarien für den Wissenserwerb angenommen wurden. Für ein sorgfältiges Bearbeiten der Lernmodule sollten die Lernenden frühzeitig durch die Lehrenden sensibilisiert werden. Zudem ist eine Einführung in den Umgang mit Internetquellen und deren Zitierfähigkeit in wissenschaftlichen Arbeiten erforderlich. Diese Herausforderungen fördern nicht nur die Medienkompetenz der Fachkräfte, sondern vermitteln auch Grundlagen des für die Weiterbildung wichtigen wissenschaftlichen Arbeitens.

Das selbstständige Lernen auch mit Hilfe digitaler Medien erfordert ein hohes Maß an Eigenmotivation. Der Betreuung durch Lehrende kommt hierbei besondere Bedeutung zu. Durch die Festlegung von zusätzlichen fachlichen Ansprechpartnern stehen diese vor allem bei inhaltlichen Fragen zur Verfügung, in einigen Kursen begleiten sie die Lernenden aber auch durch die Lernmodule. Hierdurch soll die Erreichbarkeit durch unterschiedliche Ansprechpartner und Kommunikationswege während der Selbstlernlernphasen sichergestellt werden.

Fazit
Lernplattformen können in den Fachweiterbildungen sinnvoll eingesetzt werden. Hierdurch soll gerade Pflegenden die Möglichkeit zum selbstgesteuerten Lernen gegeben und deren Medienkompetenz erhöht werden. Im Rahmen der Nutzung von Lernplattformen sollen sie zusätzlich befähigt werden, eigene Recherchen durchzuführen und somit auf ein selbständiges Lernen vorbereitet zu sein.

Viele Lehrende und Lernende schätzen die Arbeit mit ILIAS aufgrund der Zugänglichkeit und der verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten. Aufgrund der Möglichkeit einer zeitlich unabhängigen Wissensaneignung hat sich die Nutzung der Lernplattform gerade für Schichtdienstleistende als sehr vorteilhaft erwiesen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Online-Lernangebote gerade für Pflegefachpersonen in der Fachweiterbildung eine sinnvolle Ergänzung eines bestehenden Lernangebotes darstellen.

 

Dr. sc. hum. Alexander Haselhorst, MBA, Dozent, Mitarbeiter im Projekt IPiK
Universitätsmedizin Göttingen, Geschäftsbereich Aus-, Fort- und Weiterbildung
Humboldtallee 11, 37073 Göttingen

Andrea Baumert, M.A., Projektleiterin des Projektes IPIK
Universitätsmedizin Göttingen, Geschäftsbereich Aus-, Fort- und Weiterbildung
Humboldtallee 11, 37073 Göttingen

 

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