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  • 24.11.2014
  • Bildung

Weiterbildungsstipendium

„Wir können nur jeder empfehlen, sich zu bewerben"

Bis zu 6.000 Euro erhalten Stipendiaten der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB), für Weiterbildungskurse, Leitungsseminare oder auch Sprachkurse im Ausland. Dabei sind die Pflegeberufe bislang unterrepräsentiert, sagt Wiegand Uebach, Bereichsleiter Gesundheitsfachberufe, Stipendienberatung, Stipendienzahlungen. Auf 6.000 Stipendiaten kommen gerade einmal 280 Pflegende.

Die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) vergibt Weiterbildungsstipendien für Berufseinsteiger, die ihre Ausbildung besonders erfolgreich abgeschlossen haben. Können sich Absolventen der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege bewerben?

Besonders in den von Ihnen genannten Berufsgruppen sind die Chancen auf eine Aufnahme in das Weiterbildungsstipendium recht gut. Im Verhältnis zu anderen Berufsgruppen erhalten wir weniger Bewerbungen auf freie Plätze und können daher nur jeder Altenpflegerin und jeder Gesundheits- und Krankenpflegerin empfehlen, sich zu bewerben, sofern die Voraussetzungen für ein Stipendium vorliegen.

Wird eine bestimmte Examensnote für die Bewerbung vorausgesetzt - oder was konkret bedeutet „besonders erfolgreicher Abschluss der Ausbildung"?

Ein besonders erfolgreicher Abschluss bedeutet eine Prüfungsnote besser als gut. Also zum Beispiel zwei Prüfungsteile gut und einer sehr gut. Alternativ ist eine Bewerbung auf Grundlage eines sogenannten begründeten Vorschlags des Arbeitgebers oder der Fachschule möglich. Hier sollte geschildert werden, welche besonderen Tätigkeiten der Bewerber übernommen hat und was ihn oder sie besonders für eine Förderung qualifiziert. Bei Fragen hierzu können sich die Bewerber gerne telefonisch an uns wenden.

Welche Voraussetzungen müssen für die Bewerbung noch erfüllt sein?

Neben dem besonders erfolgreichen Abschluss beziehungsweise dem begründeten Vorschlag muss eine Altersgrenze beachtet werden. Diese liegt für das Weiterbildungsstipendium allgemein bei 25 Jahren. Allerdings rechnen wir bei den Pflegeberufen zwei Jahre der fachschulischen Ausbildung an. Ohne weitere Anrechnungszeiten ist hier eine Aufnahme also bis zum Erreichen des 27. Lebensjahres möglich. Auch die Anrechnung von FSJ, Freiwilligendiensten oder Erziehungszeiten ist möglich.

Wie können sich Interessierte bewerben?

Für Bewerberinnen und Bewerber steht werktags von 9.00 bis 12.00 Uhr eine Telefonhotline zur Verfügung. Die Nummer ist 0228 629 31 37. Wichtige Informationen finden sich auch auf unserer Homepage www.sbb-stipendien.de.

Wie genau sieht die Förderung aus?

Nach der Aufnahme in das Weiterbildungsstipendium stehen den Stipendiaten bis zu 6.000 Euro zur Verfügung, mit der sie ihrer beruflichen Karriere einen kräftigen Schub geben können. Gefördert werden Fachweiterbildungen, Leitungskurse und alle denkbaren berufsbezogenen Fort- und Weiterbildungen. Zurzeit ist Palliativpflege sehr beliebt, auch Gerontopsychiatrie, Wundmanagement und Pflege bei dementiellen Erkrankungen. Neben diesen fachspezifischen Weiterbildungen werden auch Sprachkurse im Ausland, Rhetorikseminare, EDV-Kurse und vieles mehr gefördert. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sind hier sehr kreativ, wenn sie erst einmal gemerkt haben, wie viel Spaß Lernen machen kann und was es für die berufliche Praxis und Karriere bringt.   

Ist auch ein berufsbegleitendes Studium förderfähig?

Auch berufsbezogene Studiengänge sind förderfähig, sofern die Geförderten neben dem Studium mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten. Häufig werden Pflegemanagement und Pflegepädagogik gewählt.

Wie viele Weiterbildungsstipendien werden jährlich vergeben - und wie viele davon an Berufsanfänger in der Pflege?

In jedem Jahr werden ca. 6.000 Stipendiatinnen und Stipendiaten neu in das Weiterbildungsstipendium aufgenommen. Auf die Gesundheitsfachberufe entfallen hiervon 600 und auf die Pflegeberufe etwa 280.

Wie lange werden die Weiterbildungsstipendien schon vergeben?

Das Programm „Begabtenförderung berufliche Bildung" gibt es seit 1991. Es verstand und versteht sich als Gegenstück zur akademischen Begabtenförderung und trägt zur Gleichwertigkeit der verschiedenen Ausbildungswege bei. Seit 1999 profitieren neben den kaufmännischen- und Handwerksberufen auch Gesundheitsfachberufe von dem nun „Weiterbildungsstipendium" genannten Programm. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Förderung kontinuierlich ausgebaut und mit dem „Aufstiegsstipendium" 2008 eine zusätzliche Fördermöglichkeit geschaffen.

Seit einigen Jahren besteht ja die Möglichkeit, die pflegerische Erstausbildung an Hochschulen zu absolvieren. Steht das Weiterbildungsstipendium eigentlich auch akademischen Pflegenden offen?

Mit dem Abschluss eines Hochschulstudiums ist eine Bewerbung um ein Weiterbildungsstipendium nicht mehr möglich. Die Begabtenförderung berufliche Bildung wendet sich bewusst an eine Zielgruppe, die eine Berufsausbildung nach Berufsbildungsgesetz oder eben in einem bundesgesetzlich geregelten Gesundheitsfachberuf absolviert hat. Hierdurch grenzen wir uns unter anderem von der akademischen Begabtenförderung beispielsweise der Studienstiftungen ab. Sollte der akademische Abschluss erst zeitlich versetzt nach dem Abschluss der eigentlichen Ausbildung erfolgen, ist eine Aufnahme eventuell innerhalb eines kleinen Zeitfensters noch möglich.

Eine letzte Frage: In diesem Jahr wurde die 2000. Stipendiatin in der Gesundheits- und Krankenpfleger in das Förderprogramm aufgenommen. Können Sie verraten, wofür Stefanie Mester das Stipendium nutzt?

Frau Mester nutzt ihr Stipendium für eine Weiterbildung zur Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für Intensivpflege und Anästhesie. Dank des Stipendiums konnte sie diese Weiterbildung bereits relativ kurz nach Ende ihrer Ausbildung beginnen. Sie geht damit einen großen Schritt weiter auf ihrem Weg zur bestens ausgebildeten Fachkraft in einem hochspezialisierten Arbeitsfeld.


Das Interview führte Stephan Lücke.

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