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  • 30.01.2015
  • Bildung

Dem Stress den Kampf ansagen

Pflegekräfte versorgen täglich hilfsbedürftige Menschen und stehen dabei oft unter Druck und einer starken emotionalen Belastung. In einem aktuellen Online-Training, das im Rahmen einer Wirksamkeitsstudie von der Fernuniversität Hagen und der Leuphana Universität Lüneburg unter Marcus Eckert ins Leben gerufen wurde, können (angehende) Gesundheits- und Krankenpflegekräfte den Umgang mit Stress im Pflegealltag lernen.

 

Bislang gibt es laut Studienleiterin Melanie Schwarzbach kaum evaluierte Trainings, die Pflegekräfte bei der Auseinandersetzung mit Stress unterstützen. Das  dreiwöchige Webtraining „Stark Im Stress für Pflege- und Gesundheitsberufe" (SIS) , das während der Studienphase kostenlos ist, setzt sich aus drei Lektionen zusammen und kann in den eigenen vier Wänden absolviert werden. Jede Lernwoche bietet themenspezifische Inhalte, die in Videos, Audiosequenzen, Texten und anschließenden Übungen vertieft werden.

So lernen die Teilnehmer in der ersten Woche, ihre persönlichen Stressoren wahrzunehmen und zielführend zu bewältigen. „Dabei dienen vor allem achtsamkeitsbasierte Entspannungsmethoden als hilfreiche Wegbereiter", sagt Schwarzbach. In Woche zwei steht Selbstfürsorge auf der Agenda. Es geht dabei unter anderem darum, negative Gefühle und Situationen anzunehmen. In der letzen Fortbildungssequenz sollen die Teilnehmenden dann lernen, wie sie negative Gedanken im Kopf positiv verändern können. „So werden die Pflegenden zum aktiven Gestalter ihrer Stresssituationen und fördern ihre Bewältigungskompetenz", erklärt Schwarzbach.

Zusätzlich erhalten die Teilnehmer täglich zwei bis drei Minilerneinheiten per SMS. „So kann das Gelernte auch direkt in den Alltag übertragen werden", betont die Studienleiterin. Eine Trainingssequenz dauert circa eine halbe Stunde. Wie oft und wie viel die Pflegenden trainieren, können sie individuell entscheiden: mindestens einmal und maximal siebenmal pro Woche. Für realistisch halten die Initiatoren ein 20-minütiges Training an vier Tagen die Woche.

Anmelden können sich Interessierte, indem sie eine E-Mail an tek-pflege@fernuni-hagen.de schicken oder sich direkt auf der Homepage des Trainingsportals registrieren. Die Erhebung der Daten erfolgt nach den Richtlinien der Datenschutzverordnung anonymisiert. Mit den Angaben sollen dann die Wirksamkeit von SIS überprüft und das Training ausgebaut werden. „Damit leisten alle Teilnehmer einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Gesundheitstrainings für die Pflege", so Schwarzbach.

Die Webtrainings laufen seit Oktober 2014. Erste Ergebnisse gibt es bereits: Danach machten sich die Pflegekräfte nach ihrer dreiwöchigen Lernphase weniger Sorgen, sind weniger angespannt und zeigen weniger depressive Symptome. Darüber hinaus bewerteten die Teilnehmer das Lernprogramm überwiegend positiv. „Insbesondere die SMS-Impulse empfanden sie als sehr hilfreich", sagte Schwarzbach. Als ehemalige Kinderkrankenschwester der pädiatrischen Onkologie liegt ihr die Gesundheitsförderung von Pflegekräften besonders am Herzen: „Ich freue mich über jeden Teilnehmer, der von unserem Training profitieren kann!"

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