Passwort vergessen
  • 11.02.2015
  • Bildung

Erste Erfahrungen zum dualen Pflege-Studiengang am Uniklinikum Jena

Gute Zukunftsaussichten für Krankenpfleger

Im Oktober 2014 starteten 20 Studenten im neuen ausbildungsintegrierenden dualen Studiengang „Pflege" in Jena, der in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Jena (UKJ), der Ernst-Abbe-Hochschule und der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität angeboten wird. Sie haben dabei die Möglichkeit, innerhalb von vier Jahren sowohl einen Berufsabschluss als auch einen international anerkannten Bachelor-Abschluss zu erlangen. Wir sprachen mit Ute Demmer (34) über ihre bisherigen Erfahrungen in diesem Studiengang.

Wieso haben Sie sich für den ausbildungsintegrierenden dualen Studiengang „Pflege" entschieden?
Als gelernte Mediendesignerin habe ich keine gute Zukunftsperspektive gesehen und wollte mich deshalb beruflich neu orientieren. Da ich in der Schulzeit bereits ein Pflegepraktikum absolviert hatte, konnte ich mir sehr gut vorstellen, künftig auch in der Pflege zu arbeiten. Deshalb absolvierte ich zunächst eine Ausbildung zum Krankenpflegehelfer hier am UKJ. Als ich danach vom dualen Studiengang „Pflege" erfahren habe, wusste ich, dass ich mich damit noch weiter qualifizieren kann. Gerade mit dem Bachelor-Abschluss im Bereich Pflege eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für meine berufliche Zukunft.

Wie ist das Studium aufgebaut?
Die ersten drei Jahre ähneln thematisch und auch vom Ablauf her sehr der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, bei der sich Theorie- und Praxisphasen abwechseln. In den Theoriephasen an der Ernst-Abbe-Hochschule wird uns sowohl pflegerisches, medizinisches als auch kommunikatives Wissen vermittelt. Die Hochschule hat sogar Räume speziell für uns mit Patientenbett und Lift ausgestattet, damit wir verschiedene pflegerische Tätigkeiten wie die Ganzkörperwaschung gezielt trainieren können. Dieses theoretische und praktische Wissen können wir in den praktischen Abschnitten des Studiums am UKJ in verschiedenen Kliniken und Instituten anwenden und erweitern, um nach drei Jahren den Abschluss zum examinierten Pfleger zu erlangen. Im letzten Jahr des Studiums sind wir bereits in Teilzeit am UKJ beschäftigt und haben die Möglichkeit, uns in die Richtungen Management oder Pädagogik zu spezialisieren, um später neben der Pflege am Patienten auch Aufgaben in Arbeitsgruppen, als Praxisanleiter oder als Fachschwester zu übernehmen. Außerdem fertigen wir in dieser Zeit unsere Bachelorarbeit an. Dann, nach insgesamt vier Jahren und der bestandenen Bachelorarbeit, erhalten wir den Abschluss „Bachelor of Science". 

Was gefällt Ihnen an dem Studium am besten?
Vor allem der direkte Kontakt mit den Patienten bestätigt mir jeden Tag erneut, dass ich die richtige Wahl getroffen habe. Es ist schön, etwas von den Patienten zurückzukommen – sei es ein Lächeln oder ein einfaches „Danke". Auch die Zusammenarbeit im Team auf den einzelnen Stationen ist sehr familiär und abwechslungsreich. Das medizinische Wissen, das uns in der Hochschule und im Uniklinikum vermittelt wird, hat mir außerdem schon sehr oft nicht nur bei der täglichen Arbeit, sondern vielmehr auch im privaten Umfeld weiter geholfen.  

Was ist besonders an diesem Studiengang?
Es gibt einige Unterschiede beim direkten Vergleich zwischen Ausbildung und dualem Studiengang. So werden uns die verschiedenen Themen an der Hochschule teilweise detaillierter vermittelt. Fokussiert wird hierbei vor allem auch das wissenschaftliche Arbeiten. Durch die zusätzlichen zwei Semester können wir die Inhalte weiter vertiefen und uns auch spezialisieren. Der wohl größte Unterschied ist jedoch der angestrebte Bachelor-Abschluss. Anders als examinierte Pfleger, die für Tätigkeiten im Ausland zusätzliche Qualifikationen erwerben müssen, wird unser akademischer Abschluss international anerkannt. Angesichts der zunehmenden Globalisierung ermöglicht es dieses Studium also, weltweit flexibel einsetzbar zu sein.

Wie bewerten Sie Ihr bisheriges Studium?
Ich denke, dieser Studiengang ist ein erster, wichtiger Schritt, die pflegerische Ausbildung an die heutigen Anforderungen in der Praxis anzupassen. Die Ärzte hier am UKJ reagieren bisher sehr interessiert auf uns Studenten und den Studiengang, da auch ihnen der Bedarf eines Wandels in der Pflege bewusst ist. Da wir die ersten Studenten dieses Studiengangs sind, besteht die Möglichkeit, die Studienstruktur nach unseren Erfahrungen zu optimieren, um auch nachfolgenden Studenten die beste Ausbildung zu ermöglichen.



Das Interview führte Anne Böttner, Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation am UKJ.


Bis zum 30. Juni 2015 können Bewerbungen für den ausbildungsintegrierenden dualen Studiengang „Pflege" mit Start im Wintersemester 2015 am UKJ und an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena berücksichtigt werden.

 

WEITERE FACHARTIKEL AUS DEN KATEGORIEN

Das Wichtigste aus der Pflege

Erhalten Sie kostenlos alle pflegerelevanten News aus Politik, Wissenschaft und Praxis

JETZT KOSTENLOS
ANMELDEN
Schließen