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  • 08.05.2015
  • Management

Demenz Survey in Bayern gestartet

Wegweiser Demenz

Wissenschaftler der Uni Erlangen-Nürnberg prüfen in einer Studie die Situation von Alzheimer-Patienten und ihren Familienmitgliedern. Bis Ende 2016 soll ein Demenz-Überblick für ganz Bayern entstehen.

Informationen zur Situation von Menschen mit Demenz und deren betreuenden Angehörigen – das erhoffen sich die Verantwortlichen von dem im April gestarteten „Bayerischen Demenz Survey (BayDem). Die Mitarbeiter des Interdisziplinären Zentrums für Public Health (IZPH) an der Universität Erlangen-Nürnberg wollen mehr über den Verlauf der Demenz und über die Versorgung im häuslichen Umfeld erfahren. Auf dieser Basis sollen dann Handlungsstrategien entwickelt werden, um die Lebenssituation der Betroffenen sowie der pflegenden Angehörigen zu verbessern.

Mit dem vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in Auftrag gegebenen Projekt soll im Detail erforscht werden, wo Handlungsmöglichkeiten für den Staat bestehen. Dafür werden mehrere bayerische Regionen überprüft: das Stadtgebiet und der Landkreis Kronach, die Stadt Hof, der Großraum Erlangen-Nürnberg-Fürth sowie die Stadt und der Landkreis Dachau.


Versorgung verbessern, Angehörige entlasten
„Diese Erhebung wird einen Quantensprung in der Versorgungsforschung für Demenzkranke bringen", sagte Bernhard Seidenath, gesundheits- und pflegepolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, zum Start BayDem. Denn das Thema werde oft verdrängt, obwohl es viele selbst oder im jeweiligen persönlichen Umfeld beträfe.
„Wir wissen bisher nicht einmal, was Demenz auslöst. Umso wichtiger ist es, zu sehen, wie sich die Versorgungssituation der Erkrankten gestaltet, wie diese verbessert werden kann, wie passgenau die bestehenden niedrigschwelligen Angebote bei den Betroffenen ankommen und wie pflegende Angehörige entlastet werden können", führte Seidenath aus.

Trotz der großen und zunehmenden Bedeutung für die Gesellschaft sei das Wissen über die Versorgungssituation noch gering, verdeutlichte der CSU-Politiker. „Insbesondere gibt es wenig Informationen darüber, wie die Betroffenen betreut werden", verdeutlichte Seidenath. Des Weiteren sei nicht viel darüber bekannt, wie sich die Alltagsbedürfnisse der Betroffenen sowie die Pflegebelastung der Angehörigen darstellten. „Diesen Menschen wollen wir helfen und dieses Forschungsprojekt kann langfristig dazu beitragen."
Etwa 70 Prozent aller an Demenz Erkrankten werden in Bayern im häuslichen Umfeld versorgt. Diese Angehörigen seien vor allem in ländlichen Gegenden völlig auf sich alleine gestellt, sagte Prof. Dr. Peter Kolominsky-Rabas, Leiter des IZPH in Erlangen. Nur in den Städten seien die Unterstützungsangebote wie Beratungsstellen oder Pflegehilfen leicht zugänglich für die pflegenden Angehörigen. Außerdem fehle es auf dem Land oft auch an Experten wie zum Beispiel niedergelassenen Neurologen oder Psychiatern. Viele der pflegenden Familienmitglieder würden im Laufe der Zeit selbst krank und pflegebedürftig. Bei den pflegenden Angehörigen von Alzheimer Patienten würden vermehrt Depressionen und chronische Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder des Bewegungsapparates festgestellt. Das gelte es in Zukunft zu verhindern.

Das Bayerische Gesundheitsministerium fördert das Projekt für den Zeitraum von Februar 2015 bis Dezember 2016 mit über 500.000 Euro.

 

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