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  • 25.06.2015
  • Management

Ambulanter Pflegedienst setzt auf Autos mit Nostalgie-Faktor

Mit Oldtimern auf Tour

In Essen und Bochum fährt der ambulante Pflegedienst Hülsewiesche mit Oldtimern zu seinen Patienten – die sind begeistert und der Pflegedienst spart sogar noch Geld damit.

In dieser Woche ist die britische Königin zu Gast in Berlin. Das britische Flair bietet der ambulante Pflegedienst Hülsewiesche seinen Patienten täglich, wenn er mit seinen Oldtimern vorfährt. Der zweitürige Morris Minor „Traveller" aus dem Baujahr 1963 ist dabei sicher eines der Highlights aus dem Fuhrpark des Pflegedienstes. Der Kombi mit einem Aufbau aus Holz und Alu fährt mit 48 PS durch die Straßen von Essen und Bochum. Auf 100 Kilometern verbraucht er rund fünf bis sieben Liter. Das englische Kultauto gilt als das Pendant zum deutschen Käfer. „Denn er ist genauso zuverlässig und langlebig", weiß Oldtimerbesitzer und Geschäftsführer des Pflegedienstes, Volker Hülsewiesche. Stolz erzählt er, dass der Wagen sogar noch angekurbelt werden kann. Gewöhnungsbedürftig ist indes das Lenkrad auf der rechten Seite. „Nicht jeder meiner rund 30 Mitarbeiter im fahrenden ambulanten Bereich kann und mag damit fahren", weiß Hülsewiesche.

Günstiger als Neuwagen
Ein Blickfang auf den Straßen im Ruhrgebiet sind seine Oldtimer aber allemal. Neben dem Traveller gibt es noch den viertürigen Morris Minor „Four Door Saloon" von 1969 und einen Opel Chevette 1.300, der 1981 vom Band rollte. Dieser Automatikwagen mit ebenfalls serienmäßiger Linkssteuerung wurde extra angeschafft zur Wiedereingliederung älterer Mitarbeiterinnen in das Berufsleben. „Denn einige Mitarbeiter können nur mit Automatik fahren", sagt der Pflegedienst-Chef.
Neben den drei alten Kleinwagen zählen rund zehn neuere Fahrzeuge wie Fiat Panda, Renault Twingo oder Ford Fiesta zum Pflegedienst. Bei Sympathiewert und Imagegewinn punkteten aber eindeutig die Liebhaberstücke. „Unsere Oldtimer sind ein Blickfang hier in der Region und sorgen immer gleich für Gesprächsstoff, wenn wir bei unseren Patienten vorfahren", hat Hülsewiesche die Erfahrung gemacht. Auch an Demenz Erkrankte könnten sich plötzlich wieder an längst vergessene Erinnerungen entsinnen und kämen wieder ins Schwärmen.

Gebrauchsgegenstand mit Herz
Schon seit Jahrzehnten sind Oldtimer seine Leidenschaft, seit 1995 setzt er sie auch beruflich ein. Kleinere Reparaturen kann Hülsewiesche sogar selbst erledigen. „Obwohl bei Oldtimern viele an horrende Kosten denken, ist das in der Praxis nicht der Fall – sofern man zu den richtigen Modellen greift." Dann seien sie nämlich sehr wirtschaftlich und böten einige Vorteile gegenüber modernen Kleinwagen: So sind sie sparsam im Verbrauch, robust und leicht zu warten. Zudem bekommen sie quasi automatisch eine grüne Plakette durch das H-Kennzeichen und können in Umweltzonen problemlos ihre Runden drehen. Auch in der Vollkasko-Versicherung seien sie mit rund 150 Euro sehr preiswert. Deswegen sind seine „Schätzchen" auch täglich in Gebrauch und warten nicht in der Garage auf ihren nächsten Landausflug. „Trotz aller Nostalgie sind die Klassiker Gebrauchsgegenstände, hinter verschlossenen Türen hat niemand etwas davon", bringt es der leidenschaftliche England-Fan auf den Punkt.
 

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