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  • 01.03.2015
  • Praxis

Gartentherapie

Aufblühen in der Gartentherapie

 

 

Claudia Löchte leistet im Caritashaus St. Aldegundis im nordrheinwestfälischen Kaarst Pionierarbeit. Vor einem Jahr hat sie hier mit der Gartentherapie begonnen. Der Erfolg ist offensichtlich.

Die Terrasse im Caritashaus St. Aldegundis war kein Schmuckstück. Kahl und trist lud sie weder zum Hinschauen noch Verweilen ein. Doch das hat sich geändert. Von Frühling bis Herbst wogt hier ein Blumenmeer mit Primeln, Tulpen, Geranien, Stockrosen, Hortensien, Dahlien in überbordender Farbenpracht. In Hochbeeten, für Rollstuhlfahrer anfahrbar, gedeihen Erdbeeren, Radieschen und Möhren. An einem Rankgitter schlängeln sich Erbsentriebe empor. Kräutertöpfe mit Majoran, Rosmarin, Basilikum, Lavendel und Minzen verströmen betörende Düfte.

„Das stelle ich mir ans Fenster"
Claudia Löchte und ihr „Gärtnerteam" haben ganze Arbeit geleistet. Einmal pro Woche lädt Löchte zum Säen, Pflanzen, kreativen Gestalten oder Zubereiten kulinarischer Gemüse. Zwei feste Gruppen mit unterschiedlichen Herausforderungen an die Therapeutin haben sich gebildet. Beim Redaktionsbesuch Mitte März werden „Marmeladengläschen-Blumenväschen" kreiert. Aus Gläsern, Organza, Bastschleifen und Tulpen entstehen kleine Kunstwerke. „Das stelle ich mir ans Fenster", sagt Bewohnerin Elisabeth Cimander mit zufriedenem Blick auf ihr Werk.

Löchte gibt die grobe Richtung vor, und dann können die Teilnehmer ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Mal wird gebastelt, mal werden Blumenkästen bepflanzt, mal wird Marmelade gekocht oder aus den selbst getrockneten Kräutern ein Kräutersalz hergestellt und gekostet. Gartentherapie nennt sich dieser neue Ansatz. Zuverlässig unterstützt wird Löchte von Ehrenamtlerin Annemarie Schmitz. Das Schöne ist, dass die Erfolge der Arbeit immer sichtbar sind und es im Jahreszyklus wechselnde Themen und Anreize gibt.

Die Erfolge sind offensichtlich: Die Bewohner blühen – um im Bild zu bleiben – regelrecht auf. „Gartentherapie trainiert die Feinmotorik und Mobilität, fördert Gedächtnisleistung und Geselligkeit und regt die Sinne an", erklärt Claudia Löchte- Sie ist auch stellvertretende Pflegedienstleiterin in der Caritas-Pflegestation Neuss-Mitte/Süd. Zwei Jahre lang hat sie sich berufsbegleitend zur Gartentherapeutin weitergebildet. Im Caritashaus St. Aldegundis in Kaarst-Büttgen hat sie erstmals die Chance bekommen, ihr Wissen einzusetzen. Leiter Heinz-Werner Vetten ist begeistert: „Das ist eine super Sache, die unserem Haus und unseren Bewohnern gut tut."

Ideen gibt es reichlich: Geplant ist ein Garten mit Gewächshaus. Tatkräftige Unterstützung leisten zwei Heimbewohner: Friedel Steins ist begeisterter Handwerker und Achim Schepers gelernter Gärtner. Steins ist kaum zu bremsen: „Ich brauche Beschäftigung. Rumsitzen kann ich noch lange genug." Erst kürzlich hat er mit Achim Schepers einen Aussaat- und Anzuchtschrank gebaut, in dem gerade junge Tomatenpflanzen heranwachsen, die zum Selbstkostenpreis abgegeben werden.

Claudia Löchte hofft, dass die Gartentherapie im Caritashaus Aldegundis erst der Anfang ist: Sie möchte das Angebot auch auf andere Altenheime des Caritasverbandes ausdehnen.

Mit freundlicher Genehmigung von Claudia Löchte.

 

 

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