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  • 17.10.2014
  • Praxis

Kindervorlesebuch

Hier kommt der Schnobbl

Station24 sprach mit Buchautor und Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin Raimond Ehrentraut über sein Buch und wie es Kinder resistenter gegen die Widrigkeiten des Alltags macht, wozu natürlich auch Enttäuschungen und Krankheiten gehören.

Brandneu ist Ihr Kindervorlesebuch "Hier kommt der Schnobbl" erschienen. Was ist das Ziel des Buches?

Das eigentliche Ziel von „Hier kommt der Schnobbl" ist es, Kinder stark zu machen, resistenter gegen die Widrigkeiten des Alltags, wozu natürlich auch Enttäuschungen und Krankheiten gehören. Kinder haben dabei gegenüber uns Erwachsenen einen unschätzbaren Vorteil: Sie können sich mühelos in Phantasiewelten begeben, aus denen sie Kraft und Mut schöpfen. Schnobbl ist jemand, der sie dabei ein Stück weit unterstützen möchte, jemand, der ihnen Zuversicht gibt und Mut macht und obendrein weiß, dass dabei eine Prise Lachen nicht schaden kann.

Wie ist es zu dem Buchprojekt gekommen?

Schnobbl ist das fröhlich schlagende  Herz des mittlerweile etablierten Angst- und Schmerzprophylaxekonzepts DOLORES für Kinder, denen ein Krankenhausaufenthalt bevorsteht. Bereits zum Zeitpunkt der Pilotierung von „DOLORES" im St. Joseph-Stift Bremen Ende 2009 stand für mich fest, dass die Geschichte der Schnobbls  erzählt und ihre Geheimnisse, zumindest teilweise gelüftet werden müssen. Wiederholtes Nachfragen von Eltern und Kindern bestärkte mich in diesem Vorhaben. „Hier kommt der Schnobbl" bereichert das Konzept als sinnvolles Addon, funktioniert aber auch für sich alleine. Weitere Ideen sollen nach und nach zu Papier gebracht  werden. So wird der Jugendroman "Gestatten, mein Name ist Schnobbl",  der den Bogen über der Schnobbl-Welt noch ein Stückchen weiter aufspannt, in 2015 erscheinen.

Die Geschichten haben Sie selbst verfasst?

Ja, sehr gerne und aus voller Überzeugung! Nachdem ich mich jahrelang ausschließlich mit dem Verfassen von Leitlinien, Algorithmen usw. zum Thema Schmerzmanagement in der Pflege beschäftigt hatte, war und ist das „Zusammenspinnen" von Schnobbl-Geschichten eine Art kreatives Ventil.

Wie ist es zum Kontakt mit der Grafikerin gekommen?
Das ist eine lange, verzwickte Geschichte! Über ein paar Ecken und das Busines-Portal XING. Wir haben uns, könnte man sagen, gesucht und gefunden. Anita Aleithe hat ein ganz großes Herz und viel Talent und ist somit die ideale Partnerin für ein Buchprojekt, das seine Wurzeln in den Gefilden der Schmerztherapie hat.

Wo ist das Buch erhältlich?
„Hier kommt der Schnobbl" kann über meine Homepage www.humancare-concepts.de erworben werden, aber auch über den Online-Buchhandel, zum Beispiel Amazon.

Können Sie das Schobbl-Konzept, das an Ihrer Klinik seit Jahren erfolgreich umgesetzt wird und das Grundlage Ihres Buches ist, kurz erläutern?
Das Schnobbl-Konzept, oder besser gesagt DOLORES-Konzept, ist Zuwendung und Vertrauen schaffende Maßnahme zugleich. Im Kern geht es darum, die Ängste der Kinder vor einem Klinikaufenthalt, vor dem großen Unbekannten, mit einer smarten und gut umsetzbaren Methode zu reduzieren, aber auch die begleitenden Eltern zu unterstützen. Weniger Angst und Stress bedeuten für die kleinen Patienten in der Regel auch weniger Schmerzen. DOLORES setzt sich aus aufeinander abgestimmten, ineinander greifenden Modulen zusammen. So wird zum Beispiel im geplanten,  operativen Setting bei der Erstuntersuchung oder dem Prämedikationsgespräch eine auf den Klinikaufenthalt vorbereitende Schnobbl-Hörspiel-CD mitgegeben. Derart eingestimmt, betreten die Kinder das Krankenhaus. In Ihrem Bett wartet bereits als Begrüßungsgeschenk ein kuscheliger Plüsch-Schnobbl, als treuer Begleiter durch dick und dünn! Das Schnobbl-Wegeleitsystem mit speziellen Aufklebern und Malvorlagen in den Spielecken bzw. Wartebereichen runden das Konzept ab. Das beruhigende musikalische Thema der Hörspiel-CD wird im Aufwachraum über besondere Abspielgeräte, auch Schnobbophone genannt, wieder aufgegriffen und mit dem Schnobbl und einer Schnobbl-Urkunde verlassen die Kinder dann letztlich die Klinik. Wenn sie möchten, können sie von zu Hause aus gemeinsam die Homepage ihres neuen Freundes  www.schnobbl.de besuchen, sich z.B. Malvorlagen herunterladen oder in „Schnobbipedia" herumstöbern, wo medizinischen Begrifflichkeiten kindgerecht erklärt werden.

Wer hat die Figur Schnobbl eigentlich erfunden?
Schnobbl ist plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht und demnach keine Erfindung! Warum er sich ausgerechnet erstmalig bei mir blicken ließ, kann ich eigentlich gar nicht genau sagen. Zufall? Fügung? Wer weiß das schon?!

 

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