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  • 29.04.2015
  • Management

10 Tipps gegen Mobbing am Arbeitsplatz

Raus aus der Opferrolle

Mobbing, also systematische Schikane am Arbeitsplatz, ist für Betroffene sehr belastend und gleichzeitig schwer nachzuweisen. Bevor Betroffene vor Gericht ziehen, sollten sie sich am besten selbst zur Wehr setzen. Wir zeigen Ihnen 10 Wege, sich aus der Opferrolle zu befreien.

Mit schwierigen Arbeitsbedingungen steigt das Konfliktpotenzial in allen Arbeitsbereichen der Pflege enorm. Mobbing liegt dann vor, wenn systematisch und bewusst ausgegrenzt, angefeindet oder diskriminiert wird. Beim Mobbing werden Persönlichkeitsrechte verletzt, die grundsätzlich strafbar sind. Dies betrifft auch Personen, die Mobbinghandlungen mittragen und unterstützen.

Insofern sollten Pflegende besonders sensibilisiert sein und auf Persönlichkeitsverletzungen im Pflegealltag achten. Damit verhindern sie gleichzeitig, nicht selbst vor den Karren eines Mobbers gespannt zu werden, indem etwa unreflektiert Gerüchte weitergetragen werden. Unterschätzt werden oft Mobbinghandlungen von Bewohnern und Patienten, die aber betroffene Pflegefachpersonen mindestens genauso belasten.

Charakteristisch in jeder Mobbing-Situationen ist häufig, dass betroffene Pflegefachpersonen sich zurückziehen, persönlich verzweifelt sind und keine eigene Strategie haben, sich zu wehren. In diesen Krisensituationen kommt man häufig nicht mehr allein zurecht und braucht Unterstützung. Die Wahl der richtigen Anlaufstelle sollte unter den Aspekten „Neutralität", „Vertrauenswürdigkeit" und „Qualität der Berater" erfolgen. In der Beratung geht es darum, die Krise aufzufangen, die Mobbingsituation zu analysieren, eine Strategie zu entwickeln und Unterstützung bei der Umsetzung und Bewältigung zu geben.

Professionelle Beratung bieten beispielsweise Berufsverbände, Rechtsanwälte und Selbsthilfeorganisationen an. Auch betriebliche Anlaufstellen wie Betriebsrat und neutrale Vorgesetzte sollten genutzt werden.

Aus der Erfahrung heraus können folgende (allgemeine) Handlungsempfehlungen für Betroffene gegeben werden:

  • Nehmen Sie frühzeitig Beratungsangebote in Anspruch
  • Besteht Unklarheit, ob Mobbing im rechtlichen Sinn vorliegt, kann ein Selbsttest (www.mcc-bw.de/betroffene/mobbing-kurztest/) weiterhelfen
  • Analysieren Sie kritisch, weshalb Sie im Mittelpunkt des Geschehen stehen und welche eigenen Verhaltensweisen dazu beigetragen haben könnten
  • Sprechen Sie den Mobber direkt unter vier Augen an
  • Stellen Sie Öffentlichkeit her. Thematisieren Sie Mobbing gegenüber dem Betriebsrat und (neutralen) Vorgesetzten
  • Lassen Sie sich nicht verunsichern, provozieren oder gar zu Drohungen verleiten und rechtfertigen Sie sich nicht „automatisch" bei Vorwürfen
  • Leisten Sie das normale Arbeitspensum wie immer
  • Sammeln Sie Fakten (Mobbingtagebuch), um für Gespräche oder rechtliche Auseinandersetzungen gerüstet zu sein
  • Wenn Ihre Arbeitsleitung bemängelt wird, lassen Sie sich frühzeitig rechtlich beraten, insbesondere dann, wenn eine Abmahnung oder eine mögliche Kündigung im Raum steht, und fordern Sie gegebenenfalls Schadensersatz
  • Nehmen Sie körperliche und psychische Auswirkungen sehr ernst


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