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  • 14.12.2015
  • Praxis

Veranstaltungsbericht

OP im Fokus 2015: Im Team zum Erfolg

Auch in diesem Jahr waren wieder 200 OP-Leitungen bei der Traditionsveranstaltung OP im Fokus in Berlin mit dabei. Sie nutzten die Gelegenheit, um sich fortzubilden und mit Kollegen auszutauschen.

 

Immer älter werdende Patienten, der steigende Personalmangel in Krankenhäusern und der Vormarsch multiresistenter Erreger führen dazu, dass die Herausforderungen im Bereich der Hygiene kontinuierlich größer werden. Vor diesem Hintergrund forderte der Ärztliche Direktor des Zentrums für Hygiene und Infektionsprävention (ZHI) der Bioscientia, Georg-Christian Zinn, auf dem 13. OP im Fokus am 4. Dezember in Berlin einen besseren Umgang mit Hygienefehlern. Zwar habe sich in Deutschland hier in den vergangenen Jahren viel getan, „aber wir haben noch einen langen Weg vor uns", sagte der Facharzt für Hygiene vor den 200 Kongressteilnehmern der etablierten Gemeinschaftsveranstaltung der Aesculap Akademie und der Zeitschrift „Die Schwester Der Pfleger". Umso wichtiger sei es, in Kliniken eine Fehlerkultur zu etablieren, so Zinn. Dazu sei es auch ausschlaggebend, eng mit den Gesundheitsämtern zusammenzuarbeiten und innerhalb der Belegschaft ein Hygiene- und Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln.

Der ehemalige Pflegedirektor des Klinikums der Universität München, Peter Jacobs, appellierte an die OP-Leitungen, sich intensiver mit dem Thema Gewalt in der Pflege auseinanderzusetzen. Denn Patiententötungen seien hierzulande keinesfalls etwas Seltenes. „Wir dürfen Gewalt in der Pflege nicht totschweigen, sondern wir müssen uns als Berufsgruppe selbst stellen", so der Berater für Personen und Institutionen im Gesundheitswesen auf dem Traditionskongress im Berliner Langenbeck-Virchow-Haus. Aber auch die Krankenhausleitungen nahm Jacobs in die Pflicht: „Die Beschäftigung mit der Thematik ist auch ein Problem von oben nach unten."

Die Zahl der Todesfälle nach schweren Verkehrsunfällen ist in den vergangenen 40 Jahren stark zurückgegangen. Waren es 1970 noch etwa 20.000 Tote, lag dieser Wert 2010 bei weniger als 3.000 Fällen. Diese positive Entwicklung führte Dr. med. Jaroslaw Pyrc, Facharzt für Chirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, vor allem auf die hierzulande eingerichteten Traumazentren  zurück. Sie müssten nur noch besser vernetzt werden als sie jetzt schon seien. Auch innerhalb des einzelnen Klinikums sollten die Funktionsbereiche Notaufnahme, OP, Intensivstation und stationäre Behandlung eng verzahnt sein. Eine strukturierte, disziplinierte Versorgung eines polytraumatisierten Patienten zeichne sich insbesondere durch eine funktionierende Zusammenarbeit von Ärzten und OP-Personal aus. Sie habe weitreichenden Einfluss auf das Outcome der Patienten. „Wir sind ein Team", betonte der Bereichsleiter Akutversorgung zum Ende seines eindrucksvollen Vortrags.

Einen umfassenden Einblick in die roboterassistierte Chirurgie gab Privatdozent Dr. med. Jürgen Zumbé. Er begeisterte das Publikum unter anderem mit den Möglichkeiten, die die Operationstechnik mit dem DaVinci-Roboter bietet. Der Urologe am Klinikum Leverkusen machte aber auch klar, dass die Vollautomatisierung des OPs keine Zukunft haben wird. Es müsse immer Menschen geben, die die Roboter steuern. Um ein solches System in einem Krankenhaus zu etablieren, seien vor allem Innovationsbereitschaft, eine gute Prozessqualität und ein ausreichendes Budget nötig. Denn ein DaVinci-Roboter koste rund zwei Millionen Euro. Darüber hinaus zeigte der Ärztliche Direktor die Vorteile der Robotertechnik für den Chirurgen, die Patienten und die Klinik auf: Er hob insbesondere die Real-Time-Kontrolle für den Operateur und die intuitive Bedienung hervor. Der einzelne Patient profitiere von vergleichbaren onkologischen und funktionellen Ergebnissen, einer besseren Kosmetik und weniger Schmerzen; die Kliniken von einem reduzierten Krankenhausaufenthalt.

Wie man Pflege über eine Imagekampagne zu einer Marke etablieren kann, erklärte die Referentin der Pflegedirektion des Klinikums der Universität München, Sabine Gründlinger. Sie veranschaulichte den Prozess anhand einer vom Klinikum München initiierten Kampagne zur Mitarbeiterrekrutierung. In ihrem Vortrag ging Gründlinger auch darauf ein, wie viel eine solche Imagepflege kostet, wie eine Kampagne aufgebaut sein sollte und wie Mitarbeiter aus dem Unternehmen eingebunden werden können. Zentral sei es, einen Claim und ein Kommunikationskonzept zu haben. „Die Beschäftigten müssen sich mit der Marke identifizieren können. Das heißt, sie müssen sich bewusst sein, für was sie stehen", so die Referentin.

Zum Abschluss des Traditionskongresses gab es jede Menge zu lachen. Matthias Brehm begeisterte die OP-Leitungen mit einem anekdotenreichen Vortrag über die Frage, wie der eigene Führungsstil mit Humor bereichert werden kann: Wer Humor für sich als wertvolle Sozialkompetenz entdecke, zeige, dass er intelligent genug sei, über eigene Fehler zu lachen, erklärte der Fachrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege. So könne man auch in Konfliktsituationen gelassener und souveräner reagieren. Nicht zuletzt schütze Humor auch vor Burn-Out.  Zudem seien zufriedene Mitarbeiter die Basis für Spaß und Erfolg an der Arbeit, bilanzierte der Inhaber der Seminar Agentur HumorPille und Botschafter der Stiftung „Humor Hilft Heilen" von Dr. Eckart von Hirschhausen.

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