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Bewältigung der Corona-Pandemie in der Pflege

Soziales Miteinander und emotionale Unterstützung sind wichtige Anker

Eine aktuelle Studie zeigt: Die Belastungen für Pflegepersonal haben weiter zugenommen. Soziales Miteinander und Verlässlichkeit sind Schlüsselfaktoren für die Krisenbewältigung.

Die Belastungen für Pflegepersonal haben mit der zweiten Welle der Corona-Pandemie weiter zugenommen. Angesichts generell knapper finanzieller, materieller und personeller Ressourcen scheinen soziales Miteinander, emotionale Unterstützung und gegenseitiger Verlass Schlüsselfaktoren für die Krisenbewältigung zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Universität zu Köln (IMVR).

Nach einer ersten Befragung unter Führungspersonen aus ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen im April vergangenen Jahres, hat das IMVR-Forschendenteam am Donnerstag die Ergebnisse einer zweiten Befragung unter 299 Leitungspersonen während Dezember 2020 und Januar 2021 veröffentlicht.

Demnach arbeiteten Pflegende weiterhin an der Belastungsgrenze. Herausforderungen und Belastungen hätten sich jedoch teilweise verschärft und verschoben. So sei der mit den Corona-Testungen einhergehende Mehraufwand weitestgehend über das Pflegepersonal getätigt worden, obwohl dieses zeitgleich bereits mit Personalmangel und Personalausfällen zu kämpfen hatte. Der Pflegefachpersonalmangel habe sich im Lauf der Pandemie verstärkt, was zu weiterer Arbeitsverdichtung und Mehrbelastung geführt habe.

Pflegeeinrichtungen "im Notstand erprobt"

Die Impfkampagne habe in den einzelnen Einrichtungen zwar für eine erste Entlastung gesorgt, aber auch für Unsicherheiten unter den Mitarbeitenden. Zum Zeitpunkt der Befragung hätten sich einige Pflegedienste aufgrund fehlender und widersprüchlicher Informationen kritisch gegenüber einer Impfung gegen COVID-19 gezeigt.

Als zentrale Herausforderung und große Belastung während der zweiten Welle galt die Sorge um das Wohlbefinden der Mitarbeitenden sowie Pflegebedürftigen – und hier v. a. der demenziell erkrankten Menschen.

Die Mehrheit der Befragten glaubt jedoch, die Herausforderungen der Pandemie bewältigen zu können. Dies deute nach Ansicht des Forschendenteams darauf hin, dass Pflegeeinrichtungen im Notstand erprobt und dadurch widerstandsfähig sind.

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