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Fachpersonalmangel

Quereinstiege in die Pflege ausbauen

Einstiegsmöglichkeiten in den Pflegeberuf über eine Fachassistenzausbildung sind nach Ansicht des NRW-Gesundheitsministeriums zu forcieren.

Trotz steigender Zahlen an Pflegeauszubildenden bleibt der Personalmangel in Pflegeberufen hoch. In Nordrhein-Westfalen (NRW) etwa arbeiten derzeit so viele Pflegeauszubildende wie nie zuvor. 2021 haben nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums 17.413 Menschen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann begonnen – 10 % mehr als im Vorjahr.

In NRW fehlen Pflegefachassistenten

Auch die Zahl der Personen, die eine einjährige Pflegefachassistenzausbildung absolvieren, sei gestiegen. Darauf wies Thomas Evers vom NRW-Gesundheitsministerium auf dem ersten digitalen Pflegeausbildungsgipfel der Ruhrgebietskonferenz Pflege in der Vorwoche hin. In diesem Jahr würden rd. 17.000 Azubis in dieser Sparte ausgebildet, zitierte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) am Samstag Zahlen von Evers. Die vom Land geförderten Ausbildungsplätze hätte sich verdoppelt. Dennoch fehle es an Pflegefachassistentinnen und -assistenten, so Evers. Für 2022 seien 3.000 Plätze förderungsmäßig abgedeckt, die jedoch nicht ausgeschöpft worden seien.

Deshalb seien die Einstiegsmöglichkeiten in den Pflegeberuf über eine Fachassistenzausbildung stärker bekannt zu machen, ergänzte der Sprecher der Ruhrgebietskonferenz Pflege, Roland Weigel. Nach WAZ-Angaben hält er es für sinnvoll, die Ausbildung auf 2 Jahre auszuweiten, um den anspruchsvollen Stoff besser vermitteln zu können.

Pflegeassistenzausbildung auf 2 Jahre ausweiten

Die Mindestvoraussetzung für den Zugang zur Assistenzausbildung sei aktuell der Hauptschulabschluss. Da diese Menschen "nicht immer bildungsaffin" seien oder nach ihrem Schulabschluss zunächst eine Pause vom Lernen machen wollten, sei eine intensive Begleitung daher "unabkömmlich".

Für Evers ist klar:

"Wir werden weiter steigenden Bedarf an auszubildenden Pflegekräften in allen Einrichtungen und auf allen Ebenen haben."

In den Einrichtungen sei deshalb ein Personal- und Qualifikationsmix bestehend aus Assistenzpersonal, ungelernten Kräften, Fachpersonal und akademisch qualifizierten Pflegenden nötig. Quereinstiege müssten einfacher zugänglich werden, "indem jemand ohne schulische Ausbildung, der aber Pflegeerfahrung, beispielsweise aus dem familiären Umfeld, mitbringt, trotzdem an einer Abschlussprüfung teilnehmen kann", so Evers.

DIP-Studie: Lange Verweildauer im Pflegeberuf

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung wollen Pflegeazubis in NRW auch nach ihrer Ausbildung in der Pflege arbeiten. Das zeigte kürzlich eine Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung. Demnach gaben über 92 % der befragten Azubis an, nach ihrer Ausbildung in der Pflege bleiben zu wollen. Nahezu 75 % der befragten Pflegenden arbeiten 10 Jahre oder länger in ihrem Beruf. Die durchschnittliche Verweildauer des Pflegepersonals beträgt laut Umfrage in der Altenpflege 13 Jahre, in der Gesundheits- und Krankenpflege 16 Jahre.

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