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Personalbemessung in der Altenpflege

Personalausbau entschlossener angehen

Das BMG hat den Zeitplan für die Einführung eines Personalbemessungsverfahrens in der Altenpflege vorgelegt. DBfK und Verdi sind nicht zufrieden damit.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat in einer Roadmap den Zeitplan für die Einführung eines Personalbemessungsverfahrens in der stationären Altenpflege vorgelegt. Ursprünglich hätte dieses Papier laut Auftrag aus der Konzertierten Aktion Pflege bereits im Frühjahr 2020 vorliegen sollen.

Verbindliche Zusage fehlt

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und die Gewerkschaft Verdi zeigten sich daher nicht völlig zufrieden mit den Plänen.

Zwar begrüßt der DBfK, dass das Verfahren nun verbindlich eingeführt wird, fordert aber gleichzeitig für den Personalausbau mehr Entschlossenheit.

"Wir hätten aber mehr Ehrgeiz beim Personalausbau erwartet. Es fehlt vor allem die verbindliche Zusage einer Endausbaustufe in einem überschaubaren Zeitrahmen. Nur mit dieser Verbindlichkeit würde ein Zeichen dafür gesetzt, dass die Professionalität und Relevanz der beruflich Pflegenden in der Langzeitpflege verstanden und ernstgenommen wird, und ein Signal in die Berufsgruppe gesendet, dass es bald eine spürbare Entlastung geben wird."

Das sagte DBfK-Präsidentin Christel Bienstein am Mittwoch.

Grundlage des neuen Personalbemessungsverfahrens sind die Berechnungen des Forscherteams um Heinz Rothgang vom Socium Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen, die im September 2020 veröffentlicht wurden. Eine zukunftsfähige Personalbemessung müsse u. a. auf mehr Assistenzpersonal setzen, hieß es im Abschlussbericht.

Personalbemessung in der Langzeitpflege: Wie viel und welches Personal braucht gute Pflege?

Abonnenten von Die Schwester | Der Pfleger lesen in diesem Artikel von der Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, mehr über Einzelheiten und Hintergründe des neuen Personalbemessungsverfahrens.

Mehr Assistenzpersonal als Lösung?

So hat das BMG denn auch im Januar 2021 mit der Schaffung von 20.000 Stellen für Hilfskräfte einen ersten Schritt für den Personalausbau getan. Ab dem zweiten Halbjahr 2021 soll das Personalbemessungsverfahren in einigen Einrichtungen modellhaft erprobt und evaluiert werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll dann die nächste Stufe des Personalausbaus erfolgen.

Für 2025 sind laut Roadmap weitere Personalausbaustufen geplant – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Evaluation und der Lage am Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Dann soll es zu einer gesetzlich geregelten flächendeckenden Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens kommen.

Stellen allein genügten aber nicht, so Bienstein. Auch die Arbeitsbedingungen müssten sich verbessern:

"Es droht eine massive Personallücke in der Versorgung in der Langzeitpflege, wenn die beruflichen Rahmenbedingungen und insbesondere die Gehälter nicht verbessert werden. Das würde erhebliche Probleme für die Gesellschaft als Ganzes schaffen."

Verdi will bundeseinheitliche Personalvorgaben per Gesetz

Aus Verdi-Sicht ist der vom BMG vorgelegte Plan "völlig unzureichend". Inhaltlich bleibe er in entscheidenden Punkten deutlich hinter dem zurück, was dringend notwendig sei, sagte Verdi-Bundesvorstand, Sylvia Bühler, und betonte:

"Zu langsam, zu unkonkret, zu unverbindlich – das ist das absolut falsche Signal an die Beschäftigten und pflegebedürftigen Menschen."

Ein verbindlicher Zeit- und Maßnahmenplan fehle ebenso wie eine klare Aussage für die gesetzliche Einführung einer bundesweit einheitlichen und bedarfsgerechten Personalausstattung.

Verdi fordert deshalb die Bundesregierung auf, noch in dieser Legislaturperiode bundeseinheitliche, am Bedarf orientierte Personalvorgaben per Gesetz auf den Weg zu bringen und verbindliche Personalausbaustufen zu beschließen.

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