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Pflegeassistenz

Niedersachsen verkürzt für Kampagne Ausbildung auf 1 Jahr

Mit dem Projekt "Meine Zukunft Pflege"​​​​​​​ soll in Niedersachsen die Ausbildung von Pflege-Assistenten nur noch ein Jahr dauern statt die üblichen 2 Jahre.

Mit dem Projekt "Meine Zukunft Pflege" soll in Niedersachsen die Ausbildung von Pflege-Assistentinnen und -Assistenten nur noch ein Jahr dauern statt die üblichen 2 Jahre. Dieses Modell haben am Montag Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens und Kultusminister Grant Hendrik Tonne (beide SPD) vorgestellt. Zum 1. August soll die Kampagne starten, um den Personalmangel in der Pflege zu lösen.

Das Angebot richtet sich laut Ministerium an Menschen, die bereits eine abgeschlossene 3-jährige Berufsausbildung haben oder dank Hilfstätigkeiten wie dem Bundesfreiwilligendienst oder ähnlichen ehrenamtlichen Tätigkeiten bereits Erfahrungen in der Pflege sammeln konnten. Das erste der 2 Lehrjahre könnten diese infrage kommenden Personen dann überspringen.

Im Anschluss verkürzte Ausbildung zur Pflegefachperson möglich

Außerdem sollen Arbeitslose, die sich in der Pflegeassistenz ausbilden lassen möchten, von der Bundesagentur für Arbeit finanziell unterstützt werden.

Der Regionalchef der Arbeitsagentur, Johannes Pfeiffer, sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur:

"Die Pflegebranche wächst kontinuierlich und wird aufgrund der alternden Gesellschaft auch längerfristig viele Arbeitsplätze bieten.“

Nach abgeschlossener Pflegeassistenz-Ausbildung besteht außerdem die Möglichkeit, eine verkürzte Ausbildung zur Pflegefachperson zu absolvieren.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest ist skeptisch und sieht die Initiative aus verschiedenen Gründen kritisch.

So weist der Verband darauf hin, dass laut Landespflegebericht Niedersachsen für das Jahr 2020 2.000 Stellen für Pflegefachpersonen unbesetzt gewesen wären, aber nur 150 für Pflegeassistentinnen bzw. -assistenten. Damit ziele die Kampagne an dem eigentlichen Mangel vorbei.

Keine lösungsorientierte Kampagne

Der Geschäftsführer des DBfK Nordwest, Burkhardt Zieger, kritisierte außerdem, wie in der Hälfte der Zeit das Gleiche an Wissen vermittelt werden solle.

"Da kann doch nur Einiges auf der Strecke bleiben."

Fragwürdig seien auch die Zugangskriterien für diesen "Schnelldurchlauf". Wer eine 3-jährige Berufsbildung z. B. in der Industrie oder der Landwirtschaft absolviert und dort Berufserfahrung erworben habe, verfüge zwar möglicherweise über eine gewisse Reife, aber nicht über Kenntnisse in der Pflege.

"Warum der- oder diejenige dann gleich im zweiten Ausbildungsjahr einsteigen soll, erschließt sich uns nicht."

Auch befördere die Kampagne das eher negative Image des Berufsbilds Altenpflege, weniger qualifiziert zu sein als z. B. Pflegende im Krankenhaus.

Insgesamt werde die Kampagne keinen fundamentalen Beitrag zur Beseitigung des Pflegepersonalmangels leisten können. Dazu brauche es Rahmenbedingungen, die den Pflegeberuf so attraktiv machten, dass mehr Menschen eine Ausbildung zur Pflegefachperson beginnen.

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