• News
GPVG verabschiedet

Mehr Pflegehilfskräfte in der Altenpflege

Der Bundestag hat am Donnerstag das GPVG verabschiedet. Es soll voraussichtlich im Januar 2021 in Kraft treten.

Mit den Stimmen der Regierungskoalition hat der Bundestag am Donnerstag das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) verabschiedet. Damit sollen u. a. in der vollstationären Altenpflege 20.000 zusätzliche Stellen für Pflegehilfskräfte geschaffen und vollständig über die Pflegeversicherung finanziert werden.

Erster Schritt zur Umsetzung der Personalbemessung 

Die zusätzlichen Stellen seien ein erster Schritt zur Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens für vollstationäre Pflegeeinrichtungen, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit.

Die Einführung des Personalbemessungsverfahrens erfordere eine neue Aufgabenverteilung zwischen Pflegefachpersonen und Pflegehilfskräften. Mit einem Modellprogramm sollen diese Personal- und Organisationsentwicklungsprozesse sowie die weitere Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens künftig begleitet werden, kündigte das Ministerium an.

DBfK: Verbindliches Konzept und Zeitplan fehlen

Dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) geht dieser Schritt nicht weit genug. Im Gesetz fehle ein verbindliches Konzept zur Umsetzung des neuen Personalbemessungsverfahrens inklusive eines Zeitplans, wie die Personalsituation in der stationären Langzeitpflege nachhaltig zu verbessern sei.

"Wir halten grundsätzlich die Schaffung der 20.000 Stellen für sinnvoll, aber nicht für ehrgeizig genug. 20.000 Stellen bei rund 14.500 Einrichtungen fallen nur begrenzt ins Gewicht. Uns fehlt aber vor allem eine verbindliche Aussage zu den weiteren Schritten in der Umsetzung des entwickelten Personalbemessungsverfahrens. Dies wäre ein wichtiges Signal für die Berufsgruppe", sagte DBfK-Geschäftsführer Franz Wagner in der Anhörung zum Gesetz Mitte November.

Bereits in der Vorwoche hatte der Deutsche Pflegerat betont, dass die zusätzlichen Stellen noch deutlich zu knapp bemessen seien.

bpa sieht Qualifikationshürden

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) zeigte sich skeptisch angesichts der "Qualifikationshürden" für die zusätzlichen Assistenzkräfte.

Es werde schwierig, die zusätzlichen Assistenzkräftestellen zur dauerhaften Entlastung der Pflegefachpersonen in Heimen tatsächlich zu besetzen.

"Die hohen Anforderungen an die Qualifikation dieser neuen Stellen können dazu führen, dass wir eine reine Luftbuchung sehen werden. Einen ähnlichen Effekt gab es bereits bei der Besetzung der 13.000 Fachkraftstellen. Der heutige Arbeitsmarkt und die stark steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen zeigen sehr deutlich, dass allein die Finanzierung weiterer Stellen nicht zu einer Entlastung vor Ort führt", kritisierte bpa-Präsident Bernd Meurer.

Das GPVG bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrats und soll voraussichtlich im Januar 2021 in Kraft treten.

DIE SCHWESTER | DER PFLEGER

12x jährlich

Die Schwester | Der Pfleger 
Deutschlands meistabonnierte Pflegezeitschrift

Zeitschriftencover

PflegenIntensiv

4x jährlich

PflegenIntensiv ist das Spezialmagazin für Pflegende auf Intensivstationen, in der Anästhesie und im OP

Zeitschriftencover

Angehörige pflegen

4x jährlich

Angehörige pflegen ist auf die Bedürfnisse und Fragen pflegender Angehöriger zugeschnitten