• News
Pflegepersonalbemessung

Klapper: Verwässerte PPR 2.0 nicht akzeptabel

DBfK-Geschäftsführerin Bernadette Klapper

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) appellieren an das Bundesgesundheitsministerium (BMG), den Entwurf für die Pflegepersonalregelung PPR 2.0 nachzuschärfen. Ein "verwässertes Instrument" sei nicht akzeptabel, sagte DBfK-Geschäftsführerin Bernadette Klapper auf einer KKVD-Veranstaltung am Dienstag in Berlin. Der stellvertretende KKVD-Vorsitzende Ansgar Veer warnte vor einer "Pflege nach Kassenlage", wenn der Bundesfinanzminister das letzte Wort bekommt.

Im Koalitionsvertrag hatten die Regierungsfraktionen noch angekündigt, die PPR 2.0 kurzfristig einzuführen. Im Kabinettsentwurf ist nur noch von "Vorgaben zur Ermittlung des Pflegepersonalbedarfes in Anlehnung an die Konzepte der PPR 2.0" die Rede. Für die dazugehörige Rechtsverordnung ist das Einvernehmen mit dem Finanzministerium nötig.

Schulz-Asche: PePiK muss zeitgleich entwickelt werden

Bundestagsmitglied Kordula Schulz-Asche (Bündnis 90/Die Grünen) bekräftigte, dass sie in den kommenden Wochen für Korrekturen im umstrittenen Kabinettsentwurf kämpfen wolle. Generell sei in Deutschland "die Erzählung von der Bedeutung der Pflege nicht etabliert", so Schulz-Asche. Das wirke sich bedauerlicherweise auf die politische Wahrnehmung der Berufsgruppe aus.

Die Politikerin plädierte auch klar dafür, dass mit der Einführung der PPR 2.0 der Forschungsauftrag für die "Personalbemessung der Pflege im Krankenhaus" (PePiK) rausgehen soll. Ein von Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband konsentierter Forschungsauftrag liegt seit Monaten im BMG. V. a. die Krankenkassen pochen auf dieses Instrument, das die PPR 2.0 später ersetzen soll. Angesichts des Schlingerkurses von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) beim Thema Pflegepersonalbemessung ist derzeit allerdings unklar, ob Pepik überhaupt noch politisch gewollt ist.

Pflege wünscht sich ein "handhabbares Niveau"

Der Pflegedienstleiter am katholischen St. Josefs-Hospital Wiesbaden, Arne Evers, unterstrich in Berlin, dass die von Krankenkassen favorisierten Nursing Related Groups (NRG) keine gute Option seien. Auch dieses, an die Fallpauschalen angelehnte System, steht im Raum. Pflegepersonalbemessung müsse auf "handhabbarem Niveau" bleiben, so Evers. Als inkonsistent bezeichnete er den Plan von Minister Lauterbach, Kliniken mit Tarifentlastungsvertrag vom PPR-2.0-System abzukoppeln. "Wenn es ein deutschlandweites System ist, dann müssen auch alle mitmachen."

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie das Wichtigste zur Pflege garantiert kostenlos, immer aktuell und bewährt zuverlässig direkt in Ihr Postfach!

Durch Angabe meiner E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Anmelden“ erkläre ich mich damit einverstanden, dass der Bibliomed-Verlag mir regelmäßig pflegerelevante News aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusendet. Dieser Newsletter kann werbliche Informationen beinhalten. Die E-Mail-Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben. Meine Einwilligung kann ich jederzeit per Mail an info@bibliomed.de gegenüber dem Bibliomed-Verlag widerrufen. 

DIE SCHWESTER | DER PFLEGER

12x jährlich

Die Schwester | Der Pfleger 
Deutschlands meistabonnierte Pflegezeitschrift

Zeitschriftencover

PflegenIntensiv

4x jährlich

PflegenIntensiv ist das Spezialmagazin für Pflegende auf Intensivstationen, in der Anästhesie und im OP

Zeitschriftencover

Angehörige pflegen

4x jährlich

Angehörige pflegen ist auf die Bedürfnisse und Fragen pflegender Angehöriger zugeschnitten