• News
Corona-Bonus

Keine Prämie für viele Pflegende

Der Bundesrechnungshof rügt Missstände in der Vergabe der Corona-Prämie: Viele Beschäftigte in Pflegeheimen hätten die Sonderzahlung nicht erhalten.

Von dem 2020 versprochenen Corona-Bonus für Pflegepersonal in Kliniken und Pflegeheimen haben viele Beschäftigte in Heimen die Sonderzahlung offenbar nicht erhalten. Das geht aus einem bislang noch unveröffentlichten Bericht des Bundesrechnungshofs (BRH) hervor, über den am Donnerstag NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichtet haben. Demnach sei das Auszahlungsverfahren fehler- und missbrauchsanfällig.

BRH-Kritik: Missbrauch wird nicht effektiv gegengesteuert 

Bis zu 1.500 Euro hatte der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) versprochen. Doch zahlreiche Pflegeeinrichtungen hätten "keine Auszahlung der Bundesmittel" beantragt. Manche Einrichtungsbetreibende hätten die Prämie sogar "zu Unrecht" auch für sich selbst geltend gemacht.

Dabei teilte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) seinerzeit auf seiner Webseite mit:

"Um den vom Bund finanzierten Teil des Bonus zu erhalten, müssen Sie als Beschäftigter nichts tun. Sie erhalten den Bonus automatisch von Ihrem Arbeitgeber. Dieser muss Sie auch über den Bonus informieren."

Weitere Kritik des BRH: In weiten Teilen sei und werde absehbarem Missbrauch in der Mittelverwendung nicht mit Verfahrensregelungen effektiv gegengesteuert.

Herausforderungen bleiben auch beim neuen Bonus bestehen

Also auch um die neuerliche Corona-Prämie scheint es nicht besser gestellt zu sein. Mit der im Juni beschlossenen Prämie wollte der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) alles besser machen.

Die Auszahlungen der Prämie an die 1,2 Mio. Beschäftigten soll jedoch nach dem gleichen Muster erfolgen wie in der ersten Runde. Der BRH fürchtet nun nach Angaben des Rechercheverbunds, "dass sich damit die Anfälligkeit des bisherigen Verfahrens für Fehler und Missbrauch" beim Pflegebonus fortsetzt.

Gleichwohl hielt der GKV-Spitzenverband im Juli fest, dass die Einrichtungen gesetzlich verpflichtet seien, die Prämie spätestens bis 31. Dezember an die Beschäftigten weiterzugeben.

Kritik vom Pflegerat

Bereits im Frühjahr hatte der Deutsche Pflegerat die "viel zu geringe" Prämie und die geplante Aufteilung kritisiert. Sie sei "völlig unverständlich und durch nichts gerechtfertigt". Das werde zu einem "enormen Unmut" vieler professionell Pflegender führen.

Der BRH-Bericht soll den Medienangaben nach im November im zuständigen Haushalts- und Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestags beraten und erst dann veröffentlicht werden.

Das BMG habe bereits Stellung bezogen und der BRH diese Hinweise berücksichtigt. Das bedeute: Was der Prüfbericht an Kritik enthalte, habe das Ministerium aus Sicht des Rechnungshofs nicht entkräften können.

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie das Wichtigste zur Pflege garantiert kostenlos, immer aktuell und bewährt zuverlässig direkt in Ihr Postfach!

Durch Angabe meiner E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Anmelden“ erkläre ich mich damit einverstanden, dass der Bibliomed-Verlag mir regelmäßig pflegerelevante News aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusendet. Dieser Newsletter kann werbliche Informationen beinhalten. Die E-Mail-Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben. Meine Einwilligung kann ich jederzeit per Mail an info@bibliomed.de gegenüber dem Bibliomed-Verlag widerrufen. 

DIE SCHWESTER | DER PFLEGER

12x jährlich

Die Schwester | Der Pfleger 
Deutschlands meistabonnierte Pflegezeitschrift

Zeitschriftencover

PflegenIntensiv

4x jährlich

PflegenIntensiv ist das Spezialmagazin für Pflegende auf Intensivstationen, in der Anästhesie und im OP

Zeitschriftencover

Angehörige pflegen

4x jährlich

Angehörige pflegen ist auf die Bedürfnisse und Fragen pflegender Angehöriger zugeschnitten