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Corona-Krisenmanagement

Empfehlungen für Pflegende

Sowohl die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) als auch das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung haben angesichts der Coronavirus-Pandemie Empfehlungen für Pflegende und weitere im Krankenhaus sowie in der direkten Patientenversorgung Beschäftigte veröffentlicht.

So empfiehlt etwa die DGIIN grundsätzlich, dass sich multidisziplinäre Teams in den jeweiligen Kliniken zusammenfinden. Darin vertreten sein sollten Intensivmedizin, Pflege, Infektiologie und Krankenhaushygiene.

In den Empfehlungen findet sich ein Überblick zum aktuellen Kenntnisstand der Coronavirus-Diagnostik, dem möglichen Krankheitsbild und worauf bei den Schutzmaßnahmen für das Personal besonders zu achten ist. U. a. sollte definitiv nur geschultes Personal Zugang zu Betroffenen haben und dieses Personal möglichst von der Versorgung anderer Patientinnen und Patienten freigestellt werden. Konkrete Empfehlungen zu therapeutischen Aspekten wie Medikamentengaben, Beatmung und adjuvanten Maßnahmen werden ebenfalls gegeben.

Hinsichtlich der genauen Hygienemaßnahmen und Schutzausrüstung gegenüber COVID-19 verweisen die Experten auf die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts.

Auch das RWI gibt Hinweise, wie die aktuelle Situation abgemildert werden kann und hat 7 Empfehlungen zum Corona-Krisenmanagement im Gesundheitssystem veröffentlicht, von denen sich einzelne Maßnahmen bereits in der Umsetzung befinden:

  1. Nach Schweregraden bedarfsgerecht versorgen, keine Kapazitäten blockieren
    Um einen erhöhten Anstieg der Neuerkrankungen zu bewältigen, ist konsequent auf eine bedarfsgerechte Versorgung zu achten. Hierzu gehören neben der Bereitstellung von Intensivbetten mit Beatmungsgeräten zusätzliche Überwachungs- und Beatmungskapazitäten für schwere, aber nicht intensivpflichtige Fälle jenseits der Intensivstation. Die Entscheidung über die Zuordnung von Patientinnen und Patienten muss von Ärztinnen und Ärzten vor Ort medizinisch vollständig eigenverantwortlich getroffen werden.
  2. Ausrüstungsreserven identifizieren, Produktion priorisieren, Zuteilung zentral koordinieren
    Um die Krankenhäuser mit ergänzenden Beatmungsgeräten auszustatten, sollten bestehende Reserven aktiviert werden. Die Bestandsaufnahme sollte die Bundeswehr und den Katastrophenschutz einbeziehen und auch medizinisches Material erfassen, das für den Schutz von Ärzteschaft und Pflegenden benötigt wird. Mit Blick auf die Herstellung solcher Produkte sollte während der Zeit der akuten Krise das Vergaberecht ausgesetzt werden. Bei der Zuordnung von Beatmungsgeräten ist eine zentrale Koordination sinnvoll.
  3. Bürokratie vollständig aussetzen, verantwortungsvoll lokale Lösungen finden
    Um schnelles Handeln zu ermöglichen, ist für die Zeit der akuten Hochphase der Pandemie jegliche hemmende Bürokratie durch Vorgaben rund um die Betreuung von COVID-19-Betroffenen auszusetzen. Die Einhaltung arbeitszeitrechtlicher Vorgaben darf die Versorgung nicht behindern, sie sollten für das Krankenhauspersonal befristet ausgesetzt werden.
  4. Budgetsicherheit für Krankenhäuser gewährleisten
    Um die für die Behandlung schwerer Krankheitsverläufe notwendigen Kapazitäten freizuschaufeln, sollten Krankenhäuser geplante, medizinisch nicht unmittelbar notwendige Eingriffe zeitlich verschieben. Um drastische wirtschaftliche Einbußen zu verhindern, sind kurzfristig liquiditätsstützende Maßnahmen für Krankenhäuser nötig. Zudem sollten die entstandenen Kosten für über Leasingfirmen eingesetztes ärztliches und pflegerisches Personal in voller Höhe refinanziert werden.
  5. Ruhendes Personal aktivieren, Personalressourcen umlenken, Laienreserve ertüchtigen
    Um die Versorgungskapazität in der akuten Krisenphase zu erhöhen, sollten sämtliche Personalreserven soweit wie möglich aktiviert werden. Teilzeitkräfte könnten vorübergehend zu Vollzeit animiert und Eltern aus der Elternzeit reaktiviert werden. Fachkräfte aus anderen Bereichen, Personal aus Rehabilitationskliniken sowie derzeitige Medizinstudierende könnten in der intensivmedizinischen Betreuung unterstützend eingesetzt werden. Denkbar ist zudem die Einrichtung eines Freiwilligendienstes.
  6. Transparenz über lokale Ressourcen schaffen, Engpässe frühzeitig identifizieren
    Um in Echtzeit auf lokaler Ebene das Angebot von und den Bedarf an Ressourcen identifizieren zu können, sollten alle Leistungserbringer eine zentrale Plattform nutzen. Neben Intensiv- und Beatmungskapazitäten müssen Geräte, Laborkapazitäten, wichtige Engpassartikel und Personalressourcen ebenso erfasst werden wie geheilte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ebenso zu erfassen ist der Ressourcenverbrauch, v. a. die Zahl der hospitalisierten Corona-Patientinnen und -Patienten sowie der jeweilige Anteil der intensivpflegebedürftigen Betroffenen.
  7. Keine Vollbremsung der Volkswirtschaft provozieren
    An der Strategie, dem akuten Anstieg der Neuerkrankungen durch das Unterbinden von Sozialkontakten die Spitze zu brechen, führt laut RWI kein Weg vorbei. Aber weder lasse sich eine lang anhaltende Vollbremsung der Volkswirtschaft durchhalten, noch wäre ohne die Immunisierung der Bevölkerung ein dauerhaft stabiler Zustand erreicht. Die Strategie, in langsamem Tempo eine „Durchseuchung“ der Bevölkerung zuzulassen, müsse jedoch mit Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen verbunden werden. 

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