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Pflegepersonalbemessung

Vorschlag für Interimslösung an Spahn übergeben

Deutscher Pflegerat (DPR), Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und Gewerkschaft Verdi haben am Montag fristgerecht ihren gemeinsamen Vorschlag für eine Interimslösung zur Pflegepersonalbemessung im Krankenhaus an Bundesgesundheitsminister (BMG) Jens Spahn (CDU) geschickt. Eckpunkte und Kurzdarstellung ihrer Lösung für eine bedarfsgerechte Pflege haben sie heute zudem der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Vorschlag basiert auf der Pflegepersonalregelung (PPR) aus den 1990er-Jahren. Sie ist den heutigen Anforderungen und dem aktuellen Stand des Wissens angepasst und modernisiert worden – z.B. hinsichtlich der umzusetzenden Expertenstandards, Leitlinien, Pflegekonzepte und hinterlegten Minutenwerten.

Erprobte Praxistauglichkeit

Anwendbarkeit und Plausibilität seien bereits an 44 Kliniken erprobt worden. Abgebildet würden die tatsächlichen Versorgungsnotwendigkeiten, orientiert an Standards einer hochwertigen individuellen Versorgung, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die neuen Vorgaben gewährleisteten eine hohe Patientensicherheit und Entlastung für das Pflegepersonal.

Die 3 Partner seien sich einig, dass nach Einführung dieser sogenannten PPR 2.0 auf die gesetzlichen Pflegepersonaluntergrenzen und ihre Ausweitung verzichtet werden solle, denn jetzt stehe "ein weitaus bedarfsgerechteres Verfahren zur Sicherung der Pflegequalität zur Verfügung".

"Mit der PPR 2.0 haben wir einen guten Mittelweg zwischen dem Anspruch auf Orientierung am Versorgungsbedarf der Patientinnen und Patienten einerseits und der Notwendigkeit einer zeitnah umsetzbaren Lösung andererseits gefunden", sagte DPR-Präsident Franz Wagner.

Nun liege der Ball beim BMG, das Instrument, wie zugesagt, zu prüfen. Die 3 Verbände erwarten "eine zeitnahe gesetzgeberische Umsetzung".

DBfK erwartet konsequente Umsetzung und Begleitforschung

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) begrüßte den Vorschlag für ein modernes Personalentwicklungsinstrument. Der DBfK erwartet nach der Prüfung "eine konsequente Umsetzung einschließlich einer Begleitforschung in den Anfangsjahren".

Die Pflegekammern in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz begrüßen zwar ebenfalls den Vorschlag, üben jedoch auch Kritik.

Kritik von Pflegekammern

So will Niedersachsens Kammerpräsidentin Sandra Mehmecke an Personaluntergrenzen als "Rote Linie" festhalten.

"Wir sind als Pflegekammer strikt dagegen, Pflegepersonaluntergrenzen abzuschaffen! Die derzeitige Ausgestaltung ist in vielen Punkten zu kritisieren. Die Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte zeigt aber, dass es zum Schutz von Leben und Gesundheit der Patientinnen und Patienten und der Pflegefachpersonen unbedingt einer ,Roten Linie' bedarf", betonte Mehmecke. Die Untergrenzen dienten dem Schutz der Pflegenden vor hochgradiger Überlastung.

Der rheinland-pfälzische Kammerpräsident Markus Mai ist zwar "im Großen und Ganzen" mit der aktualisierten Pflegepersonalregelung einverstanden.

Die Letztentscheidung für den Stellenplan der jeweiligen Geschäftsführung zu übertragen, sei jedoch unter professionellen Versorgungsgesichtspunkten "nicht optimal".

"Vielmehr hätten wir uns gewünscht, dass die Pflegedienstleitungen bei der Vereinbarungsregelung für die Stellenbesetzung den Ton angeben und verstärkt ihre Kompetenzen miteinbringen können", so Mais Kritik.

Im Rahmen der "Konzertierten Aktion Pflege" hatten sich DPR, DKG und Verdi selbst verpflichtet, ein Instrument zur Bemessung des Personalbedarfs im Krankenhaus als Interimslösung zu erarbeiten. Der Vorschlag soll in allen bettenführenden Abteilungen einer Klinik gelten. 

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