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KAP.Ni

5 Punkte für bessere Pflege in Niedersachsen

Die Situation von Pflegenden soll sich in Niedersachsen deutlich verbessern. Darauf hat sich die Landesregierung gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Pflegenden, Pflegeanbietern, Krankenkassen und Wohlfahrtsverbänden im Rahmen der "Konzertierten Aktion Pflege Niedersachsen", kurz KAP.Ni, verständigt.

Konkret haben sich die Akteure auf folgende 5 Punkte geeinigt:

  • Pflegende sollen künftig mehr verdienen, ihre Arbeitsbedingungen verbessert werden
  • Leistungen in der ambulanten Pflege werden höher vergütet
  • die Tarifbindung in der Pflege wird gestärkt
  • innovative Ansätze zur Versorgung von Pflegebedürftigen werden entwickelt und umgesetzt
  • die Suche nach freien Pflegeplätzen wird erleichtert

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) betonte: "Es ist mir persönlich sehr wichtig, dass Pflegerinnen und Pfleger für ihre verantwortungsvolle Aufgabe anständig bezahlt werden und unter vernünftigen Bedingungen arbeiten können."

Vereinbarung müssen jetzt Taten folgen

Auch Sozialministerin Carola Reimann (SPD) verdeutlichte: "Die Verhandlungen waren durchaus nicht immer einfach, jedoch von der gemeinsamen Überzeugung geprägt, dass wir die Situation in der Pflege verbessern müssen."

Die Landesvertretung des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) hält die Einigung für einen "wichtigen Schritt zu einer nachhaltigen Sicherung der pflegerischen Versorgung" in Niedersachsen. Trotz unterschiedlicher Positionen in den Verhandlungen sei es gelungen, "ein Bekenntnis zu einer echten Refinanzierung sowohl von Löhnen auf Tarifniveau als auch der unternehmerischen Wagnisse zu vereinbaren".

Der Druck auf den Akteuren der KAP.Ni bleibt allerdings. Sie müssen jetzt in weiteren Verhandlungen den Ankündigungen schnell konkrete Umsetzungsmaßnahmen folgen lassen.

Für die Pflegekammer Niedersachsen liegt eine solche Maßnahme etwa im "Magnetkonzept". Damit soll es gelingen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Pflegende gerne und langfristig in einer Einrichtung arbeiten. Ein Baustein dieses Konzepts ist ein spezielles Programm zur Entwicklung von Führungskräften.

Studie soll Leiharbeit in der Pflege analysieren

Im Rahmen der KAP.Ni widmet sich die Pflegekammer auch dem Thema Leiharbeit. Dazu hat sie das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung mit der Studie "Zeitarbeit in der Pflege" beauftragt. Die Ergebnisse sollen im November vorliegen.

Das rot-schwarze Kabinett hat am Dienstag zudem eine Novelle des Pflegegesetzes im Land auf den Weg gebracht. Diese soll u.a. die tarifgerechte Bezahlung von Pflegenden unterstützen. Außerdem will das Land dabei helfen, mehr Plätze für Kurzzeitpflege in den Kommunen zu sichern.

Die Situation in der Pflege ist äußerst angespannt. Fachkräfte fehlen überall.

Update (28.10.2019): 

DBfK Nordwest enttäuscht von Ergebnissen

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest sieht in der KAP.Ni lediglich eine "bloße Willensbekundung" und einen "symbolischen Akt" ohne wirksamen Paradigmenwechsel. 

"Das ist einfach zu wenig angesichts der seit Jahren ungenügenden Arbeitsbedingungen für Pflegefachpersonen", kritisierte der Vorsitzende des DBfK Nordwest, Martin Dichter. "Der dünne Maßnahmenkatalog listet Bekanntes und vor allem wenig Konkretes auf. Dies ist völlig enttäuschend und erweckt den Eindruck, dass die Landesregierung den Ernst der Lage nicht erkannt hat."

Der DBfK Nordwest wolle sich nun selbst mit Partnern und konstruktiven Initiativen in den politischen Diskurs einbringen. 

 

 

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