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Deutscher Fachpflegekongress 2019

Experten fordern mehr Engagement von Pflegenden

Unter dem Motto "Fortschritt, Stillstand oder Rückschritt?" haben Experten aus Pflegepraxis, -management und -wissenschaft sowie aus dem Krankenhausmanagement am Donnerstag auf dem Deutschen Fachpflegekongress in Münster über die Zukunft der Fachpflege diskutiert.

Laut dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF), Lothar Ullrich, sei die Berufsgruppe der Pflegenden aktuell durch "gegensätzliche Entwicklungen" charakterisiert. Einerseits schreite die Professionalisierung angesichts der fortschreitenden Akademisierung und der Errichtung von Pflegekammern immer weiter voran. Zudem sei der Einfluss der Berufsgruppe auf politische Entscheidungen in den vergangenen Jahren zunehmend gewachsen.

Andererseits würden sich, so Ullrich, die Arbeitsbedingungen immer weiter verschlechtern. In der Konsequenz verließen zahlreiche Pflegende den Beruf oder reduzierten ihren Stellenanteil, sodass die Arbeitslast für die verbliebenen Mitarbeitenden steige. Der Zuwachs an Kompetenzen für Pflegende scheitere ferner häufig an starren Hierarchien. "Der Aufbruch der Berufsgruppe wird so im Keim erstickt", mahnte Ullrich. Um den Teufelskreis zu durchbrechen, sei ein konsequentes Eintreten für pflegerische Belange notwendig.

Pflege braucht mehr Schlagkraft

Mehr Geschlossenheit und berufspolitisches Engagement forderte auch der Pflegedirektor des Universitätsklinikums Münster, Thomas van den Hooven. Seiner Ansicht nach stehe die Pflege am Scheideweg: Entweder stünden Pflegende gemeinsam für ihre Profession ein oder sie zersplitterten sich weiter in Spezialberufe wie Operations- und Anästhesietechnische Assistenten und verlören dadurch an Schlagkraft.

Notwendig sei, so van den Hooven, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und "langfristige Visionen" für den pflegerischen Beitrag im Gesundheitswesen zu entwickeln. Hierfür dürften sich Pflegende aber nicht auf die Politik verlassen, da aus politischen Regelungen häufig mehr Schaden als Nutzen resultiere. Als Beispiele führte van den Hooven den aktuellen Vorstoß des Bundesgesundheitsministers zur Begrenzung von Leiharbeit in der Pflege sowie die Auswirkungen der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung an.

Migliedschaft im G-BA erforderlich

Die Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK), Christel Bienstein, hat die Überkapazität von Krankenhäusern in Deutschland und Fehlanreize im DRG-System kritisiert. Ihrer Ansicht nach gäbe es keinen Pflegenotstand, wenn die Zahl der Krankenhäuser auf das notwendige Maß reduziert würde. Zudem sollten Pflegende deutlich mehr Möglichkeiten zur Einflussnahme an gesundheitspolitischen Entscheidungen haben.

Es sei dringend erforderlich, sagte Bienstein, dass die Profession Pflege eine feste Mitgliedschaft im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), dem höchsten Beschlussgremium im Gesundheitswesen, erhält. 

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