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Patientensicherheit

UKL entwickelt eigenes Bewertungssystem für Sturzrisiko

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat einen klinikeigenen Sturzrisiko-Score entwickelt. Im Vergleich zu existierenden Modellen berücksichtigt dieser Score zusätzlich Seh- und/oder Hörbeeinträchtigungen. Diese Kategorie erhielt zudem eine so hohe Gewichtung, dass ein "Ja" eine sofortige Einstufung in die höchste Risikokruppe nach sich zieht, weil diese Patientinnen und Patienten als besonders sturzgefährdet angesehen werden, teilte das UKL vergangenen Freitag mit.

Mit einem überschaubaren, standardisierten Aufwand ermittele das Pflegepersonal, wie hoch das individuelle Sturzrisiko jedes neu in die Klinik Aufgenommenen sei. Der Erfassungsbogen berücksichtigt dabei auch die "klassischen" Kategorien wie Alter, Zahl der eingenommenen Medikamente, kognitive Fähigkeiten, Mobilität, Alkoholkonsum, Kontinenzverhalten und persönliche Sturzhistorie.

WAS SIE ZUM THEMA STURZ WISSEN SOLLTEN

Mit dem Dossier Sturzprophylaxe erfahren Sie, wie sich Stürze vermeiden lassen, was Kliniken tun, um Sturzprophylaxe umzusetzen und warum es sinnvoll ist, Sturzmuster zu analysieren.

Die perfekte Ergänzung zum Dossier ist das E-Learning "Sturzprophylaxe". Hier erfahren Sie, wie Sie unter Berücksichtigung des Expertenstandards Sturzprophylaxe ein Sturzrisiko einschätzen und Maßnahmen zur Prophylaxe auswählen und umsetzen können.

Pflichtschulung für Pflegende

Zusätzlich wurde am Klinikum die "Verfahrensanweisung Sturzprophylaxe" etabliert. Pflegende sollen potenzielle Sturzfaktoren minimieren, indem sie u.a. rollende Möbel feststellen, für ausreichende Beleuchtung sorgen, Gehhilfen bereitstellen und die Funktionsfähigkeit von Prothesen und Brillen gewährleisten. Darüber hinaus müssen Pflegende einmal jährlich an einer Pflichtschulung teilnehmen.

Auch die an der Behandlung der Patientin oder des Patienten beteiligten Disziplinen, wie Physiotherapie und Apotheke, werden intensiver eingebunden. So könnten beispielsweise an das jeweilige individuelle Sturzrisiko angepasste Physiotherapien entwickelt werden, etwa mit Gleichgewichtsübungen oder Gangschulungen. Die am UKL eingesetzten Stationsapotheker wiederum könnten schon bei Aufnahme die Medikation der Patientin oder des Patienten auf bekannte sturzfördernde Arzneimittel untersuchen und diese gegebenenfalls absetzen oder anpassen.

Sturzrisiko minimieren

Entwickler und Anwender des Bewertungssystems sind von dessen Erfolg überzeugt. Es erhöhe die Patientensicherheit. Längerfristig erwarte das UKL deshalb auch einen signifikant bemerkbaren Rückgang der Sturzzahlen im Haus.

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