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Pflegewirtschaft

Investitionswelle unter Heimbetreibern

Auf dem Pflegemarkt stehen die Zeichen auf Investition und Wachstum. Knapp die Hälfte von rund 300 befragten Geschäftsführern und Leitern von Pflegeheimen plant in den kommenden beiden Jahren Sanierungen, Modernisierungen, Um-, Aus- oder Neubauten. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Evangelischen Bank zur Situation der Pflegewirtschaft in Deutschland hervor. Demnach ziehen weitere 11 % entsprechende Schritte in Erwägung. Jede 5. Einrichtung will ihre Bettenkapazität erweitern, 7 % denken zumindest darüber nach.

Ein Viertel der befragten Heimleiter hat im Zuge der vom Gesetzgeber geförderten Ambulantisierung der Pflege das Geschäftsmodell geändert oder ausgeweitet. Zu jeweils über 70 % bietet diese Gruppe nun betreutes Wohnen, ambulante Pflege oder teilstationäre Plätze und Tagesbetreuung an. 20 % der Befragten planten einen Ausbau in diese Richtung.

Kein Wachstum um jeden Preis

"Allein aufgrund der demografischen Entwicklung erwarten wir im deutschen Pflegemarkt intensives Wachstum", sagte Bankvorstandsmitglied Christian Ferchland am Dienstag in Kassel. Allerdings würden künftig nicht nur mehr Pflegeheime gebraucht, sondern vor allem auch neue Immobilien- und Betreiberkonzepte. Keinesfalls dürfe es jedoch um Wachstum um jeden Preis gehen.

Gefährlich: Negative Sicht auf die Digitalisierung

Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit von Heimen sei die Digitalisierung. Mit dieser verbinden 72 % der Befragten derzeit jedoch vor allem negative Auswirkungen wie höhere Betriebskosten aufgrund von Wartung, Updates und Schulungen. Eine Entlastung der Pflegefachpersonen sehen nur 42 %.

"Vorbehalte gegen die Digitalisierung hemmen das Fortschreiten neuer Technologien", mahnte der Abteilungsleiter des Finanzmanagements bei der Evangelischen Bank, Christian Schwarzrock. Er sieht in der Digitalisierung – vom schnellen WLAN für die Bewohner bis hin zu Sensoren im Boden, die Stürze und ungewöhnliche Bewegungen melden – deutliche Verbesserungen für die Bewohner, die diese auch zunehmend einfordern würden.

Ein positives Szenario sei zudem, dass Pflegende aufgrund der Zeitersparnis, etwa dank des digitalen Dokumentierens oder des Einsatzes von Reinigungs- oder Pflegerobotern, besser auf den einzelnen Patienten eingehen könnten.

13 % der Befragten befürchten, dass die fortschreitende Digitalisierung mit einer reduzierten Zahl von Pflegefachpersonen einhergehen werde.

Die genossenschaftlich organisierte Evangelische Bank hat von Oktober bis Dezember 2018 insgesamt 301 Geschäftsführer und Verwaltungsleiter von Pflegeeinrichtungen telefonisch befragt. 

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