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Pflegepersonaluntergrenzen

Fachgesellschaft für finanzielle Anreize statt Untergrenzen

Die Deutsche Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) sieht das seit Jahresanfang geltende Gesetz zu Personaluntergrenzen in pflegesensitiven Klinikbereichen kritisch. Die Vorgabe von Untergrenzen sei nicht geeignet, um die Personalbelastung in der Pflege zu entspannen. "Wir lehnen die neuen Richtwerte entschieden ab und fordern die Politik auf, sich an unseren Vorgaben aus der Praxis zu orientieren", heißt es in einer DGNI-Mitteilung von Montag. Grundsätzlich halte die Fachgesellschaft Pflegepersonaluntergrenzen zwar für sinnvoll – Voraussetzung sei allerdings, dass sie sich am tatsächlichen Versorgungsbedarf der Patienten orientierten.

Die DGNI empfiehlt – wie auch schon die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin – einen Personalschlüssel von 1 Intensivpflegefachperson zu 2 Patienten am Tag statt einem Verhältnis von 1 zu 2,5 am Tag bzw. 3,5 in der Nacht, wie jetzt vom Gesetz vorgesehen.

Risiko: Kliniken könnten Personal einsparen

Problematisch sei die Berechnungsgrundlage für die Untergrenzen, die in einer Perzentilenrechnung erfolge. "Es sollen ja initial nur die 25 % der schlechtesten Krankenhäuser im Hinblick auf Personal-/Patientenverhältnis an die übrigen 75 % angeglichen werden“, so die Fachgesellschaft. Erfolge die Berechnung der Untergrenzen allerdings auf oder nur knapp über dem Niveau der am schlechtesten besetzten Kliniken, bestehe das Risiko, dass Kliniken mit besserem Personalschlüssel Personal einsparen und trotzdem die gesetzlichen Vorgaben einhalten würden. "Daher erscheint ein positiver finanzieller Anreiz für Krankenhäuser mit besserem Personalschlüssel eigentlich als besserer Ansatz", so die DGNI.

Außerdem fehlten im Gesetz grundsätzlich Anreize, Pflegende an die jeweilige Versorgungseinheit und das Krankenhaus zu binden, die Attraktivität des Arbeitsplatzes in einem pflegesensitiven Bereich zu steigern sowie den Pflegeberuf insgesamt aufzuwerten. Woher fehlende Pflegefachpersonen zudem rekrutiert werden sollten, bleibe unklar.

Angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft in der vergangenen Woche vorgeschlagen, Überstunden von Pflegenden steuerfrei zu entlohnen.

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