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11. Regensburger Intensivpflegetag

Was Pflegende auch ohne Monitor wissen sollten

Intensivpflegende müssen die Technik, mit der sie täglich auf ihren Stationen arbeiten, aus dem Effeff kennen. Doch zu oft seien diese Technik und die angeschlossenen Monitore mit ihren unterschiedlichsten Parametern die maßgeblichen Richtgrößen, anhand derer die Behandlung für einen Patienten abgeleitet werde. Dabei müssten Intensivpflegende wieder verstärkt lernen, den Patienten als solchen wahrzunehmen.

"Wir als Intensivpflegende behandeln keine Lungenembolie, sondern einen Patienten mit seinen individuellen Charakteristiken", betonte Carsten Hermes, Fachkrankenpfleger Anästhesie und Intensivpflege, am Mittwoch auf dem 11. Regensburger Intensivpflegetag im Universitätsklinikum Regensburg. Die Arbeit ohne Monitor müsse wieder neu erlernt werden. "Unsere Arbeit ohne Monitor ist wie denken", sagte Hermes etwas überspitzt. "Wir müssen wieder zu unseren Ursprüngen zurück – wir müssen Menschen anfassen."

"Unsere Arbeit ohne Monitor ist wie denken"

Wie sieht die Haut des Patienten aus? Wie sehen seine Augen aus? In welchem Gemütszustand befindet sich der Patient? All diese Aspekte böten wichtige Rückschlüsse, die Monitore aber nicht abbilden könnten.

Der Patient sei der Mittelpunkt, nicht die Technik, betonte Hermes weiter. Sicherlich reiche es nicht, sich nur den Patienten anzuschauen. Aber bei all der Technik in der Intensivpflege dürfe eines nicht vergessen werden: "Die Monitore sind unsere Helfer, nicht umgekehrt."

Mit seinem Vortrag und Plädoyer für mehr Menschlichkeit in der Intensivpflege beeindruckte der Fachkrankenpfleger die rund 350 Teilnehmer in dem vollbesetzten Hörsaal des Uniklinikums.

Carsten Hermes referiert diesen Freitag auch auf der Fortbildung für Pflegende in Kassel. Dort stellt er die Frage: Wie viel Technik braucht die Krankenbeobachtung?
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Auch Franz Ploner von der Schmerztherapie im Krankenhaus Brixen hinterfragte, ob tatsächlich hinter jeder Intervention eine Indikation stehe oder ob vielmehr ökonomische Anreize eine Rolle spielten. Er appellierte, ethisch zu hintertragen, was gut und was weniger gut für den Patienten sei.

An einem Beispiel zeigte er, wie wichtig der individuelle Blick auf den Patienten und die interdisziplinäre Zusammenarbeit sei, damit – wie in seinem Beispiel – der Patient nicht etwa in eine Medikamentenabhängigkeit rutsche aufgrund zu vieler und zu hoch dosierter Schmerzmedikamente.

Der Regensburger Intensivpflegetag hat sich mittlerweile zu einem festen Forum für Fachpflegende vor allem aus dem süddeutschen Raum etabliert.

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