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KPMG-Untersuchung

Diskussion um Studie zu Personaluntergrenzen

Eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Untersuchung zur Personalsituation in pflegesensitiven Bereichen in Krankenhäusern hat für Diskussionsstoff zwischen Vertretern aus der Pflege, Kliniken und von Krankenkassen gesorgt. Die Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sage nichts darüber aus, wie sehr die Arbeitsbedingungen Mitarbeiter berufsbedingt krank mache, kritisierte die Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK), Christel Bienstein. Auf Basis der Studie Pflegepersonaluntergrenzen definieren zu wollen, um pflegerisch kritische Versorgungssituationen möglichst zu vermeiden, sei "der völlig falsche Ansatz und würde die desolate Versorgungslage eher noch weiter verschlechtern", so Bienstein.

In der Studie hat KPMG die derzeitige Personalsituation in der Geriatrie, Herzchirurgie, Intensivmedizin, Kardiologie, Neurologie sowie Unfallchirurgie untersucht. In die Erhebung sind Informationen aus 139 Krankenhäusern eingeflossen. Anhand der Informationen hat KPMG mögliche Pflegepersonaluntergrenzen berechnet. So wurde beispielsweise für die Frühschicht in der Intensivmedizin ein Höchstwert von etwa zwei Patienten pro Pflegekraft ermittelt.

Die Studienergebnisse sind in die Vorgaben, die das Bundesgesundheitsministerium kürzlich für vier pflegesensitive Bereiche festgelegt hat, eingeflossen. Der GKV-Spitzenverband lobte anlässlich der Veröffentlichung der KPMG-Studie die künftigen Vorgaben für die Intensivmedizin, Geriatrie, Unfallchirurgie und Kardiologie. "Das ist gut, damit sich zumindest in diesen Bereichen keine Klinik mehr vor einem Mindeststandard drücken kann", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg. Er forderte zudem Folgen, wenn eine Klinik die Vorgaben nicht einhalten kann. "Wenn nicht genügend Personal da ist, um eine sichere Patientenversorgung zu garantieren, muss das Krankenhaus aus Sicherheitsgründen die Patientenzahlen reduzieren bis der Schlüssel wieder passt", so von Stackelberg.

Die DKG lehnt diese Idee ab. "Auch für Pflegeuntergrenzen muss es Ausnahmen geben, die auf unerwartete Patientenzahlen genauso wie auf Personalausfälle Rücksicht nehmen", sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Dass Patienten automatisch gefährdet würden, wenn Untergrenzen vorübergehend unterschritten würden, sei eine "höchst spekulative Normung". In der Realität werde jeder Patient im Notfall erwarten, dass das Krankenhaus ihn nicht abweise.

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