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Langzeitpflege

500.000 Altenpflegefachpersonen im Jahr 2035 nötig

Um pflegebedürftige Menschen künftig adäquat versorgen zu können, muss die Zahl der Altenpflegefachpersonen deutschlandweit stark steigen – bis 2035 auf rund 500.000. Das entspricht einem Plus von gut 44 Prozent im Vergleich zu heute. Davon geht das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aus.

"Die Zahl der Altenpfleger steigt zwar derzeit an, doch langsamer als der Bedarf. Die Lücke wird größer", kommentierte IW-Wissenschaftlerin Susanna Kochskämper.

Schon heute blieben viele Stellen unbesetzt. 2017 seien auf 100 offene Stellen gerade einmal 22 arbeitslose Pflegefachpersonen gekommen. 

WEITERBILDUNG UND DIGITALISIERUNG AUSBAUEN, BÜROKRATIE ABBAUEN

Um einen Kollaps zu verhindern, müssten Bund und Länder die Rahmenbedingungen für eine ausreichende Versorgung schaffen und den Pflegeberuf attraktiver machen, forderte Kochskämper. "Dabei geht es nicht nur darum, das Gehalt anzuheben", betonte sie.

Anzusetzen sei auch bei der Weiterbildung von Pflegehelfern. Auch biete die Digitalisierung die Chance, Abläufe zu optimieren und Pflegende zu entlasten. Gleichzeitig müsse aber konsequent Bürokratie abgebaut werden.

Bundesweit waren 2015 rund drei Millionen Menschen pflegebedürftig, rund 50 Prozent mehr als 1999.

DBFK: "DA HILFT NUR EINS: GEWALTIG IN DIE PROFESSION INVESTIEREN" 

Dass mehr Pflegefachpersonen künftig nötig sein werden, sei "keine neue Botschaft", betonte die Sprecherin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), Johanna Knüppel, am Dienstag. Sie befürchtet, dass die Lücke zwischen Bedarf und Verfügbarkeit von Pflegekompetenz noch dramatischer ausfallen wird als diese Zahlen zeigen. "Da hilft nur eins: gewaltig in die Profession investieren und versuchen aufzuholen, was lange versäumt worden ist", so Knüppel. Es fehle an Nachhaltigkeit und Patientenorientierung, aktivierende individuelle Pflege werde zu oft wegrationalisiert.

Der Arbeitgeberverband Pflege kritisierte am Montag: "Dieses ständige Überbieten mit immer neuen ,Horrorzahlen' hilft nicht wirklich weiter. Was wir brauchen ist klar und einfach."

5 FORDERUNGEN DES ARBEITGEBERVERBANDS PFLEGE

Der Vizepräsident des Verbands, Friedhelm Fiedler, nennt 5 Punkte als Kernforderungen gegen die drohende Personallücke in der Altenpflege:

  1. Ein Einwanderungsgesetz ohne überbordende Bürokratie, dass es Fachkräften und Ausbildungswilligen erlaubt, rasch und zügig in Deutschland in die Altenpflege einzusteigen
  2. Eine zentrale Stelle für die berufliche Fachanerkennung, "die dem unsäglichen Länder-Tohuwabohu endlich einen Riegel vorschiebt"
  3. Visa-Bestimmungen, die Fachkräften eine Willkommens-Kultur signalisieren
  4. Eine moderne Qualifizierungsoffensive, die es Pflegehilfskräften ermöglicht, bei entsprechender Schulung zur Fachkraft aufzusteigen
  5. Eine Anerkennung weiterer in der Altenpflege tätigen Fachkräfte wie Physiotherapeuten, Masseure oder Ergotherapeuten auf die Fachkraftquote

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