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Außerklinische Intensivpflege

Mehr Kontrolle gefordert

Das "Geschäft" mit Patienten, die dauerhaft ambulant intensivmedizinisch versorgt werden müssen, soll stärker kontrolliert werden. Das fordern Politiker und Krankenkassen einem Bericht der Welt zufolge. "Das ist ein hochsensibler Bereich, in dem es problematische Anreize gibt", sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in der Welt am Montag. Er will, dass es künftig schärfere Kontrollbesuche bei den verantwortlichen Pflegediensten gibt.

Auch der größten Krankenkasse gehen die Prüfungen der ambulanten Pflegedienste in diesem sensiblen Sektor nicht weit genug. Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, schloss sich deshalb der Forderung nach mehr Qualitätskontrollen der Pflegedienste an – auch weil die Fallzahlen seit Jahren stark steigen. Derzeit werden bis zu 20.000 Intensivpatienten außerhalb von Kliniken durch Pflegedienste versorgt.

Auch gesundheitlichen Zustand der Patienten prüfen

Litsch schlug vor, die von den Krankenkassen beauftragten Prüfer vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) sollten künftig bei ihren Kontrollbesuchen auch "relevante Kriterien zum Thema Patientenschutz" prüfen dürfen, also den gesundheitlichen Zustand der Patienten. Bislang kontrollieren sie vor allem die Krankenakten und Dienstpläne der Pflegenden.

Litsch rief außerdem dazu auf, eine ethische Diskussion über den Lebenserhalt dauerhaft schwerstgeschädigter Patienten zu führen, an denen Pflegedienste hohe Einnahmen erzielten.

Außerklinische Intensivpflege "boomt"

Anlass für die Forderungen ist ein Bericht der Welt von vergangenen Samstag über die stark wachsende Branche der außerklinischen Intensivpflege. Falschabrechnungen und Qualitätsmängel seien hier verbreitet. So ermittelten nach Angaben der AOK Bayern dort etwa Staatsanwälte gegen jeden vierten von 110 Intensivpflegediensten. Zu den häufigsten Vorwürfen gehöre, dass anstelle von Fachpflegenden, die für die Beatmungspflege ausgebildet wurden, fachfremde Personen an den Betten eingesetzt würden.

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