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Umfrage

Arbeitsbelastung in der Pflege höher als in anderen Branchen

Beschäftigte in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Altenpflege stehen unter einem größeren Zeitdruck als Beschäftigte in anderen Berufen. Das geht aus einer repräsentativen Befragung der Gewerkschaft Verdi und des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hervor, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach fühlen sich unter Gesundheits- und Krankenpflegenden 80 Prozent bei der Arbeit oft gehetzt. In der Altenpflege sind es 69 Prozent der Befragten, über alle Berufsgruppen hinweg jedoch nur 55 Prozent.

Nur  ein Fünftel der Pflegenden geht davon aus, bis zur Rente im Beruf zu bleiben

Die Arbeitsbelastung wirkt sich laut der Umfrage auch auf die Qualität der Arbeit aus. Rund jeder zweite Beschäftigte in der Gesundheits- und Krankenpflege gab an, häufig Abstriche bei der Qualität der Arbeit zu machen, um die Arbeitsmenge bewältigen zu können. Über alle Berufsgruppen hinweg ist es nur etwas mehr als jeder fünfte Beschäftige, dem es so geht. Angesichts der Arbeitsbedingungen geht nur etwa ein Fünftel der Pflegefachpersonen davon aus, ihre Tätigkeit bis zur Rente ausüben zu können.

Bühler: Geplante Personaluntergrenzen in der Geriatrie "fahrlässig"

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler kritisierte in Berlin die Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu den Personaluntergrenzen in der Pflege, die er vor Kurzem vorgestellt hat. "Damit werden die Probleme nicht gelöst", so Bühler. Insbesondere die Vorgaben für die Geriatrie halte sie für "fahrlässig". Laut Verordnung muss sich künftig nachts mindestens eine Pflegefachperson um 24 Patienten kümmern.

DGB: Gelder aus Pflegevorsorgefonds für neuen Stellen in der Pflege nutzen

Verdi fordert nun, im Pflegepersonalstärkungsgesetz, das kürzlich vom Bundeskabinett verabschiedet wurde, festzulegen, ein Personalbemessungsinstrument zu erarbeiten. Dieses solle dann verbindlich angewendet werden. Nach den Vorstellungen des DGB sollen zudem die Gelder aus dem Pflegevorsorgefonds von jährlich mehr als einer Milliarde Euro genutzt werden, um damit neue Stellen in der Pflege zu schaffen, ergänzte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Kritik äußerte Sylvia Bühler auch mit Blick auf Tarifgespräche mit privaten Arbeitgebern in der Altenpflege. "Ein Großteil der kommerziellen Anbieter weigert sich, mit uns Tarifverhandlungen zu führen", so Bühler. Es seien häufig wochenlange Arbeitskämpfe nötig, um Arbeitgeber überhaupt an den Verhandlungstisch zu bringen. Mit der Caritas und der Diakonie befinde man sich hingegen in einem "guten, konstruktiven Austausch". Ende September wird sich die Bundestarifkommission von Verdi, die sich aus Beschäftigten aller Trägergruppen zusammensetzt, treffen. Die Kommissionsmitglieder wollen dabei Forderungen für einen Tarifvertrag für die Altenpflege beschließen.

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