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Fachkräftemangel

Jenaer Professor schlägt Pflegefachschule in Vietnam vor

Angesichts der Dimensionen des Fachkräftemangels in der Pflege sei es erforderlich, neue Wege zu gehen und gewisse Restrisiken zu akzeptieren. Es müsse mehr "out of the box" gedacht werden, sagte der Professor für Betriebswirtschaft an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, Klaus Watzka. Er hat am Freitag ein Diskussionspapier zum Thema veröffentlicht. Darin schlägt er vor, eine "groß dimensionierte Pflegefachschule" mit 10.000 Plätzen in einem Drittland wie Vietnam zu errichten. Bisherige Maßnahmen seien zu kleinteilig und zu reaktiv angelegt.

Die Errichtung einer Pflegefachschule in Vietnam könne auf rechtlicher Basis eines bilateralen Vertrags auf Regierungsebene geschehen. Dieser sichere ab, dass die Bundesrepublik Lehr- und Prüfungsbedingungen vollständig autonom bestimmen und auch auf dem Arbeitsmarkt anwerbend umfassend aktiv werden könne. "Es sollte ein Vertrag auf Augenhöhe sein, der dem Partnerland nicht nur finanzielle Vorteile bringt, sondern bei dem es auch selbst nachhaltig von einem Know-how-Zufluss und/oder Verbesserung der Infrastruktur profitiert", heißt es in dem Papier.

Vor Ort sollen die Pflegeschüler angeworben, nach deutschen Standards ausgebildet und geprüft werden. Die Absolventen stünden damit dem deutschen Arbeitsmarkt sofort zur Verfügung. Intensive Sprachtrainings sollen Watzkas Plan zufolge vorgeschaltet werden und erfolgten zusätzlich parallel zum fachlichen Curriculum. Ein bestimmtes Sprachniveau in der deutschen Sprache könne auch als Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung definiert werden. Der Sprachlernprozess könne relativ einfach und kostengünstig durch den Einsatz von Online-Medien unterstützt werden, auch noch nach Abschluss der Ausbildung während des Einsatzes in Deutschland.

Die Absolventen sollten vertraglich verpflichtet werden, für eine festgelegte Zeit von beispielsweise fünf Jahren in deutschen Pflegeeinrichtungen zu arbeiten.

Anhand eines Kriterienkatalogs hat Watzka Vietnam als infrage kommendes Land ermittelt.

Jemand müsse allerdings die eindeutige Verantwortung übernehmen, dass die Ziele auch erreicht würden. Sonst versackten die Ziele im Nirwana. Watzka schlägt dafür ein eigenes Pflegeministerium vor. 

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