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Vergleichsstudie

Pflegende arbeiten weltweit am Limit

Pflegende arbeiten nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern oft am Limit. Das zeigt eine internationale Vergleichsstudie unter deutschen, schwedischen und japanischen Pflegenden, die von der Hans-Böckler Stiftung gefördert wurde.

54 Prozent der ambulanten Pflegekräfte in Deutschland berichten von regelmäßigem Zeitdruck, in Schweden sind es 37 Prozent, in Japan 35 Prozent. Wöchentliche Überstunden fallen bei mehr als jeder zweiten deutschen Pflegefachperson (52 Prozent) an, bei etwas mehr als einem Viertel der Japaner (28 Prozent), in Schweden sind es dagegen nur 13 Prozent.

In Heimen ist der Zeitdruck größer: Besonders deutsche Pflegende klagen mit 73 Prozent über Zeitdruck, in Japan sind es 53 Prozent, in Schweden 40 Prozent.

Große Unterschiede gibt es bei den Aufgaben von Pflegenden. Über die Hälfte der deutschen Pflegenden darf Behandlungspflege, wie Injektionen verabreichen, übernehmen, während dies in Schweden nur 36 Prozent praktizieren und es in Japan eigene medizinische Dienstleister gibt.

Interessant ist, dass in Japan deutlich mehr Männer in der Pflege arbeiten als in Deutschland und Schweden. Liegt der Frauenanteil in den europäischen Ländern bei rund 90 Prozent, so sind es in Japan nur 65 Prozent. Dem Männeranteil hierzulande von etwa zehn Prozent stehen also 35 Prozent in Japan gegenüber. Die Arbeitsbedingungen seien insofern typisch "männlich", da es fast nur Vollzeitjobs gebe und das Qualifikationsniveau höher sei als im ambulanten Sektor, heißt es in der Studie.

Für die Untersuchung wurden Befragungsdaten aus den Jahren 2005 bis 2012 erfasst, die sich auf 2.500 Beschäftigte beziehen. Zusätzlich flossen Ergebnisse der amtlichen Statistik in die Studie ein.

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