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Pflegende Angehörige: 40 Prozent handeln gewaltsam

Eine neue Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) zeigt, dass pflegende Angehörige dringend mehr Unterstützung brauchen, um gefährliche Krisen zu vermeiden. Denn 40 Prozent von deutschlandweit rund 1.000 befragten pflegenden Angehörigen zwischen 40 und 85 Jahren gaben an, selbst schon gewaltsam gegenüber dem Pflegebedürftigen gehandelt zu haben. Am häufigsten wurden mit 32 Prozent Formen von psychischer Gewalt genannt. 25 Prozent hätten den Pflegebedürftigen bereits "vor Wut schütteln können". Zwölf Prozent machten Angaben zu körperlicher Gewalt, elf Prozent zu Vernachlässigung. Sechs Prozent nannten freiheitsentziehende Maßnahmen.

Außerdem empfindet etwa die Hälfte der Befragten (52 Prozent) ihr Engagement vom Pflegebedürftigen teilweise nicht geschätzt. Über ein Drittel (36 Prozent) fühlt sich häufig niedergeschlagen, 29 Prozent sind häufig verärgert.

"Pflegende Angehörige müssen wirksamer unterstützt werden. Denn Pflege kann schwierig sein und auch mit negativen Emotionen einhergehen. Es ist bedeutsam, solche Gefühle zu erkennen und zu lernen, wie man damit umgehen kann", sagte ZQP-Vorstandsvorsitzender Ralf Suhr angesichts der Ergebnisse. Dies sei ein wichtiger Schritt, um gefährlichen Krisen vorzubeugen und die Gesundheit aller Beteiligten zu schützen. "Wer Gewalt in der Pflege verharmlost, verkennt die möglichen Schäden bei Betroffenen und das Risiko einer Eskalationsspirale", so Suhr weiter.

Wichtige Anlaufstellen für pflegende Angehörige seien gute Pflegeschulen oder Pflegeberatungen. Dort erhielten sie kompetente Unterstützung, wie Wut und Aggressionen in der Pflege vorgebeugt werden können. 

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