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200 Jahre Hartmann: Ein Blick in die (Pflege)Zukunft

Anlässlich seines 200-jährigen Jubiläums schaut die Paul Hartmann AG aus Heidenheim nicht nur auf ihre lange und erfolgreiche Vergangenheit als Medizin- und Pflegeproduktehersteller zurück, sondern wagt auch einen Blick in die Zukunft des Gesundheitswesens. "Wenn wir uns nur zu bekannten Themen austauschen, geht es nicht weiter", betonte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Andreas Joehle, in seiner Eröffnungsrede. Demografischer Wandel, Digitalisierung und Pflegenotstand seien Herausforderungen, auf das auch Hartmann Antworten finden müsse.

Im Rahmen eines hochkarätig besetzten Zukunftsforums 2018, das dem eigentlichen Festakt am Mittwochabend vorausging, führten prominente Referenten die Anwesenden durch eine Zeitreise der Medizin. Moderator Eckhart von Hirschhausen, Arzt und Gründer der Stiftung "Humor hilft heilen", verknüpfte 200 Jahre Medizingeschichte mit Meilensteinen aus der Geschichte von Hartmann - nicht ohne Kritik an der derzeitigen Situation in Deutschland zu üben. "Sind Krankenhäuser heute noch gute Orte für kranke Menschen? Nein!", provozierte von Hirschhausen. Was fehle, sei die Menschlichkeit gegenüber den Kranken und Sinnstiftung für die Pflegekräfte. Diese seien im Laufe der Jahrzehnte verloren gegangen: "Wenn wir davon reden, dass fünfzig Prozent der Pflegenden über Pflexit nachdenken, hat Sinnstiftung aufgehört." Ein ganz anderes, futuristisch anmutendes Bild von der Zukunft der Medizin, skizzierte der Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky. Er prognostizierte, dass die Gesundheitsbranche bereits in zehn Jahren komplett digitalisiert sein werde: "Software wird die nahe Zukunft vorhersagen und die Menschen werden sich danach richten."

Welche Rolle wird die Pflege in Zukunft spielen?

In fünf Themenrunden wurde über aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen diskutiert, darunter auch die Zukunft der Pflege. Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), und der Vorstandsvorsitzende des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP), Ralf Suhr, versuchten in Impulsvorträgen mit anschließenden Diskussionen Antworten auf die Frage zu geben, welche Rolle die Pflege in der Zukunft spielen wird.

Beide waren sich einig darin, dass es im Grunde um zwei Kernaspekte gehe. Das eine sei die professionelle Aufwertung der Pflege durch Akademisierung und Schaffung entsprechender Stellen für hochqualifiziertes Personal. Das andere sei, die Attraktivität des Berufs zu steigern - für aus dem Beruf Ausgestiegene, aber auch für junge Menschen. "Ich liebe meinen Beruf, aber nicht unter den Bedingungen", fasste Wagner die Rückmeldungen vieler Aussteiger zusammen. Bessere Arbeitsbedingungen seien daher ein wichtiger Meilenstein.

Ein anderes Selbstverständnis und mehr Personal

Wie aber sehen bessere Arbeitsbedingungen aus? "Die pflegerische Perspektive muss genauso viel wert sein wie die medizinische", postulierte Suhr und forderte eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Ärzten und Pflegenden. Das setze aber auch ein anderes Selbstverständnis der Pflegenden voraus, ergänzte Suhr. "Ich würde mich niemals unter Wert verkaufen. Ich bin stolz darauf, ein Pflegender zu sein", so eine Stimme der Teilnehmenden, die rege mitdiskutierten.

Beide Vortragenden waren sich einig, dass mehr Personal eingesetzt werden müsse. Nur so könne man die derzeit in der Pflege Beschäftigten gesund erhalten. "Die 13.000 Pflegekräfte reichen dazu nicht aus", kritisierte Wagner und forderte 100.000 Stellen, um eine spürbare Veränderung herbeizuführen.

"An Erkenntnissen mangelt es nicht, aber an der Umsetzung", fasste ein Diskussionsteilnehmer die derzeitige Situation abschließend zusammen.

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