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Klinikmanager bekennen sich zu Bettenschließungen

Auf dem Hauptstadtkongress haben sich Klinikmanager öffentlich zu der prekären Personalsituation in der Pflege bekannt. "In unserer Klinik sind im Moment 120 Vollkraftstellen in der Pflege nicht besetzt", sagte Thomas van den Hooven, Pflegedirektor des Universitätsklinikums Münster. 50 Betten seien wegen Pflegemangel geschlossen, zwölf Prozent der OP-Saalkapazitäten könnten nicht betrieben werden. "Wir mussten diese Betten schließen", so van den Hooven, "weil wir sonst die erforderliche Qualität nicht hätten einhalten können".

In Hamburg sei die Personalsituation ähnlich, bestätigte Matthias Scheller, Vorstandsvorsitzender des Albertinen-Diakoniewerks in Hamburg. Auch hier mussten Betten aus Mangel an Pflegenden geschlossen werden. Beide Einrichtungen stellen - neben weiteren Personalmaßnahmen - verstärkt ausländische Pflegekräfte ein. "Wir finden auf dem deutschen Markt keine Bewerber", so Scheller. Die Akquise ausländischer Fachkräfte sei zwar teuer, aber kostengünstiger als die "Betten nicht zu fahren".

Allerdings stelle die Rekrutierung aus dem Ausland nur eine kurzfristige Kompensation und keine Lösung des Pflegeproblems dar, waren sich Scheller und van den Hooven sicher. "Die Bedingungen müssen so sein, dass Menschen dauerhaft in der Pflege arbeiten oder in den Beruf zurückkehren möchten", so van den Hooven. Die geplanten Personaluntergrenzen sieht der Pflegedirektor kritisch: "Wir haben im Moment ein Zahlenwerk vorliegen, das sich an den schlechtesten zehn oder maximal schlechtesten 25 Prozent aller Kliniken orientiert", kritisierte van den Hooven. Würden diese als Grundlage genommen, könne sich die Situation sogar verschlechtern. "Die Pflegenden stimmen schon jetzt mit den Füßen ab."

Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit und langjährige Pflegedirektorin der Charité, beklagte, dass die Pflege in die Diskussion um Personaluntergrenzen viel zu wenig eingebunden wurde. Um dem Pflegemangel nachhaltig entgegenzuwirken, müsse nun ein "riesengroßes Komplexprogramm starten", forderte die erfahrene Pflegemanagerin. "Das, was jetzt mit dem Sofortprogramm begonnen wurde, reicht bei weitem nicht aus."

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