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Heftige Kritik an Entscheidung des Uniklinikums Mannheim

Mehrere Pflegevertreter haben die in der vergangenen Woche bekannt gewordene Entscheidung am Universitätsklinikum Mannheim stark kritisiert. Die mit sofortiger Wirkung abgeschaffte Position des Pflegedirektors sei "ein falsches Signal", betonte der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus. "Ich glaube, da hat man nicht verstanden, was Pflege leistet."

Auch der Verband der Pflegedirektoren und -direktorinnen der Universitätsklinika Deutschland (VPU) mahnte, die Entscheidung sei ein "Schlag ins Gesicht der Pflegenden", mit der man den Arbeits- und Entscheidungsbereich jedes einzelnen Pflegenden massiv abwerte. Der Geschäftsführer des Uniklinikums, Frederik Wenz, gebe damit "ein fatales Signal mangelnder Wertschätzung". Die Entscheidung zeige nicht nur, dass die handelnden Personen sich der strategischen und betriebswirtschaftlichen Bedeutung der Pflegedirektion für das Universitätsklinikum nicht im Ansatz bewusst seien. Sondern sie versuchten außerdem, den 1.300 Pflegenden die Entscheidung als eine Geste der Wertschätzung zu verkaufen.

Das zentrale Pflegemanagement aufzulösen und die entsprechenden Aufgaben an die einzelnen pflegerischen Departmentleitungen zu übertragen, fördere Insellösungen, verhindere betriebswirtschaftlich relevante Synergien und bremse die Professionalisierung der Pflege am Standort Mannheim aus. "Die Entscheidung wird nachhaltige Auswirkungen haben auf die Pflegequalität, die Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit, das Zertifizierungsergebnis – und auf die Wettbewerbsfähigkeit des Universitätsklinikums", ist sich VPU-Chef Torsten Rantzsch – selbst langjähriger Pflegedirektor und Vorstand am Universitätsklinikum Düsseldorf – sicher.

Insbesondere im Wettbewerb um qualifizierte Pflegefachpersonen räumte Rantzsch dem Klinikum künftig geringe Chancen ein: "Mit der Entscheidung, das zentrale Pflegemanagement aufzulösen, hat sich das Universitätsklinikum Mannheim als attraktiver Arbeitgeber für qualifizierte Pflegefachpersonen selbst disqualifiziert."

Unterdessen hat der Deutsche Pflegerat (DPR) in einem Schreiben an das Klinikum die Zurücknahme des Beschlusses gefordert. "Ohne Einbezug der professionell Pflegenden scheitert jede Klinik", betonte DPR-Präsident Franz Wagner.

Die Vorsitzende des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe Südwest, Andrea Kiefer, konstatierte: "Pflegedirektionen mit Stimmrecht sind in Kliniken und Krankenhäusern unverzichtbar." 

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