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Nach Intensivtherapie: Viele Patienten leiden unter chronischen Schmerzen

Ein Drittel aller überlebenden Intensivpatienten berichtet von bedeutsamen Schmerzen nach einer Behandlung auf der Intensivstation – auch bis zu einem Jahr nach der Entlassung. Dadurch sind Alltagstätigkeiten, Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität teilweise erheblich beeinträchtigt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Universitätsklinikums Jena (UKJ). In dieser untersuchte eine Arbeitsgruppe die Häufigkeit und Risikofaktoren chronischer Schmerzen bei mehr als 200 Patienten nach einer Intensivbehandlung und verglich diese mit gesunden Probanden. Das teilte das UKJ am vergangenen Donnerstag mit.

Interessanterweise spielte es in der Untersuchung kaum eine Rolle, ob – wie zunächst vermutet – die Patienten während ihres Intensivaufenthaltes unter einer Sepsis litten oder nicht. Allerdings war der Entzündungswert CRP mit einem erhöhten Risiko für chronische Schmerzen nach Intensivbehandlung verbunden.

Die Untersuchung identifizierte zudem weitere mögliche Risikofaktoren für chronische Schmerzen nach einer Intensivbehandlung, darunter vorbestehende Schmerzen, niedrigeres Alter, vor allem aber starke Schmerzen unmittelbar nach der Intensivbehandlung. Dieser Teil der Untersuchung wurde soeben publiziert. „Diese Ergebnisse sind besonders interessant, denn sie ähneln unseren Befunden bei Operationsschmerzen“, so der Schmerzmediziner und Seniorautor Winfried Meissner. Hier ist bekannt, dass die Gabe bestimmter Medikamente während und unmittelbar nach der Operation einer Chronifizierung entgegenwirken kann. „Sollten dieses Wissen übertragbar sein, eröffnen sich auch für Intensivpatienten neue Ansätze zur Vorbeugung chronischer Beschwerden.“

Das Projekt ist zugleich ein Beispiel für die interdisziplinäre Kooperation der Jenaer Schmerzmediziner: Beteiligt waren neben Anästhesisten auch Mitarbeiter der Klinik für Neurologie des UKJ und des Instituts für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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