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7 Tipps zur Kompressionstherapie

In der Behandlung des Ulcus cruris venosum spielt die Kompressionstherapie eine zentrale Rolle. Wird sie richtig angewandt, fördert sie die Wundheilung und beugt weiteren Ödemen effektiv vor. Wundexpertin Kerstin Protz nennt Tipps, die bei der Anwendung beachtet werden müssen:

1.    In der Entstauungsphase geht es darum, den Beinumfang zu reduzieren. Hierzu können zum Beispiel Kurzzugbinden zum Einsatz kommen. Diese sind bei Menschen mit Ulcus cruris venosum (UCV) mit einem Druck von 40–60 mmHg anzulegen. Zur Überprüfung eignen sich spezielle, auf dem Markt befindliche Druckmessgeräte.

2.    Der Anlagedruck nimmt durch Ödemreduktion und Bewegung ab. Daher sind Bandagierungen mit Kurzzugbinden in der Entstauungsphase meist täglich zu erneuern. Zudem kommt es am Beginn der Therapie zu hohen Exsudatmengen. So können die Binden schnell durchfeuchten, sodass ein häufiger Wechsel auch aus hygienischen Gründen Sinn macht.

3.    Wichtig ist eine fachgerechte Anlage. Sonst kann es leicht zu unbemerkten Einschnürungen, nervalen Schädigungen, Drucknekrosen oder Blasen kommen. Jede Bandagierung ist deshalb vorab zu unterpolstern. Prominente Regionen wie Schienbein oder Knöchel sind dabei zusätzlich zu unterpolstern.

4.    Kommen Kurzzugbinden zum Einsatz, wird zunächst ein Baumwollschlauchverband von 2,5- bis dreifacher Unterschenkellänge als Hautschutz bis zur Kniekehle angelegt. Das überstehende Ende wird später zum Abschluss der Versorgung über die fertige Bandagierung gezogen.

5.    Indikationen für das sofortige Entfernen einer Kompressionsversorgung sind zunehmende Schmerzen, akute Bewegungseinschränkungen, Blau- oder Weißfärbung der Zehen, Missempfindungen und Taubheitsgefühle sowie Kurzatmigkeit und Schweißausbrüche.

6.    Um den Erfolg der Kompressionstherapie zu überprüfen, sollten wöchentliche Messungen von Vorfuß-, Knöchel- und Wadenumfang erfolgen. Mindert sich der Umfang nicht, kann dies an einer ineffizienten Kompressionsversorgung oder einer eingeschränkten Funktion der Venenpumpen liegen. Die Entstauungsphase sollte nach drei bis vier Wochen abgeschlossen sein.

7.    In der Erhaltungsphase ist ein stabiler Zustand erreicht. Die Ödeme sind entstaut, und die Abheilung des Ulkus schreitet voran. Die Versorgung sollte auf Ulkus-Strumpfsysteme oder Medizinische Kompressionsstrümpfe (MKS) umgestellt werden. Für die Rezidivprophylaxe ist eine mittlere Kompression durch MKS in der Kompressionsklasse II meist ausreichend. Eine solche Bestrumpfung ist in der Regel ein Leben lang zu tragen.

Mehr zum Thema Kompressionstherapie finden Sie in der aktuellen Ausgabe Die Schwester Der Pfleger. 

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