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Verdi: "Wir erhöhen die Schlagzahl"

Für die Streiks in dieser Woche an sechs Kliniken hat die Gewerkschaft Verdi eine positive Zwischenbilanz gezogen. Erstmals beteiligte sich auch ein konfessionelles Krankenhaus. Die Beteiligung an den Streiks zeige, dass immer mehr Beschäftigte sich offensiv und mit Nachdruck für eine spürbare Entlastung im Krankenhaus einsetzten, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler am Mittwoch in Berlin. Weitere Streiks seien nicht ausgeschlossen. "Wir erhöhen die Schlagzahl", kündigte sie an.

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg habe nun die Aufnahme von Tarifverhandlungen angeboten. Zudem hätten auch einige Arbeitgeber, die im September bestreikt worden waren, inzwischen Gesprächsbereitschaft signalisiert und seien deshalb vom Streik ausgenommen worden. Doch auch an Kliniken, die nicht bestreikt worden seien, habe es Aktionen gegeben.

Viele Häuser zeigten sich indes uneinsichtig. Immer häufiger verwiesen Arbeitgeber auf anstehende politische Regelungen. Das sei ein durchschaubares Manöver.

Die Diakonie Deutschland reagierte mit Unverständnis auf den Aufruf von Verdi, diesen Donnerstag vor der Berliner Diakonie-Zentrale zu demonstrieren und wertete das als "Werbeveranstaltung der Gewerkschaft". "Verdi ignoriert, dass die Kirchen mit ihrem eigenen Weg der Tariffindung in der Regel zu deutlich besseren Abschlüssen für ihre Mitarbeitenden kommen als der Durchschnitt der Branche", betonte Diakonie-Vorstand Jörg Kruttschnitt am Donnerstag. Außerdem stelle die Gewerkschaft "beharrlich das verfassungsmäßige Recht der Kirchen, ihre eigenen Angelegenheiten selbst zu regeln", infrage. Damit sei sie bereits vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert. Kruttschnitt forderte Verdi auf, an den Verhandlungstisch zu kommen und ihren Platz in der Arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie einzunehmen.

Betroffen von den aktuellen Streiks waren nach Gewerkschaftsangaben die Kreiskliniken Günzburg-Krumbach, das Klinikum Augsburg, das Klinikum Frankfurt Höchst, die Universitätsklinik Düsseldorf sowie das Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Erstmals beteiligten sich am Mittwoch mit der Marienhausklinik Ottweiler (Saarland) auch Beschäftigte eines Krankenhauses in kirchlicher Trägerschaft an einem Streik.

 

 

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