Passwort vergessen

Generalistik auf "tönernen Füßen"

Eine Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen könnte den im Sommer von der großen Koalition ausgehandelten Kompromiss zur Reform der Pflegeausbildung wieder aufschnüren. Auf Anfrage von BibliomedPflege sagte die Grünen-Gesundheitspolitikern Maria Klein-Schmeink, der Kompromiss zur neuen generalistischen Ausbildung stehe auf "tönerne Füßen". Umso größer sei nun die Verantwortung der kommenden Regierung. "Die Ausbildungsverordnung muss sorgfältig geprüft werden." Der neue Bundestag muss der Ausbildungsverordnung zustimmen, damit sie in Kraft tritt.

Die Grünen wissen sich in ihrer Kritik einig mit der FDP. Die Liberalen fordern in ihrem Programm eine "integrative Ausbildung der Pflegekräfte" und erklären: "Integrative Ausbildung bedeutet ein gemeinsames erstes Ausbildungsjahr und spezialisierte Folgejahre. Eine generalisierte Einheitsausbildung lehnen wir ab."

Zwar hat sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in den zurückliegenden vier Jahren klar pro Generalistik positioniert. Aber in der Unionsfraktion gab es starke Widerstände, insbesondere vom CDU-Pflegepolitiker Erwin Rüddel. Er dürfte einer Neuverhandlung offen gegenüberstehen. Auf Anfrage von BibliomedPflege sagte Rüddel: "Ich habe mich in der letzten Wahlperiode intensiv dafür eingesetzt, dass die Altenpflege nicht der große Verlierer der Pflegeberufereform ist. In dieser Legislaturperiode wird der Deutsche Bundestag über die dazugehörige Ausbildungsverordnung abstimmen. Ich kann mir an dieser Stelle sowohl mit der FDP als auch mit den Grünen eine konstruktive Zusammenarbeit vorstellen, um sicherzustellen, dass weder qualifizierte Fachkräfte noch fachspezifische Inhalte in der Altenpflege verloren gehen."
Der neue Präsident des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner, sagte auf Anfrage von BibliomedPflege, dass er sich um die Generalistik "keine Sorgen" mache. "De facto haben wir generalistische und integrierte Ausbildung als Optionen im Pflegeberufegesetz abgebildet. Die Forderung von FDP und Bündnis 90/Die Grünen in deren Wahlprogrammen sind also bereits erfüllt." Angesichts des zähen Ringens um das Gesetz und den Kompromiss werde "wohl keine Partei großes Interesse daran haben, zu diesem Thema erneut in den Ring zu steigen", so Wagner weiter. "Die nächste Regierung wird nicht nur bei der Pflege vorrangigere Probleme lösen müssen."

Unsere Zeitschriften


DIE SCHWESTER DER PFLEGER

12x jährlich

Die Schwester Der Pfleger -
Deutschlands meistabonnierte Pflegezeitschrift

Pflegen­Intensiv

4x jährlich

PflegenIntensiv ist das Spezialmagazin für Pflegende auf Intensivstationen, in der Anästhesie und im OP

Angehörige pflegen

4x jährlich

Angehörige pflegen ist auf die Bedürfnisse und Fragen pflegender Angehöriger zugeschnitten