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Pflegende sollen Notfallversorgung optimieren

Extra qualifizierte Pflegende sollen künftig entscheiden, wohin der Patient aus der Notaufnahme weitergeleitet wird - zumindest wenn es nach der Vorstellung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) geht. Nach einem standardisierten Verfahren sollen Pflegende so dabei unterstützen, unnötige stationäre Behandlungen zu vermeiden, die jährlich mehrere hundert Millionen Euro kosteten. Das geht aus einem am Mittwoch vorgestellten Konzept hervor. Dieses hatte das Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (aQua-Institut) im Auftrag des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) erstellt. 

Die standardisierte Ersteinschätzung ermögliche „eine zuverlässige Einordnung, bei der insbesondere schwere Erkrankungen und Verletzungen sicher erkannt beziehungsweise ausgeschlossen werden können“, so das Zi. Leichter Erkrankte würden dann direkt in die ambulante Versorgung geleitet, und dem Krankenhauspersonal blieben dadurch mehr Kapazitäten, sich um wirklich schwere Fälle zu kümmern, ergänzte die KBV. Allerdings zeige das Gutachten auch, dass die bestehenden Ersteinschätzungsverfahren hierfür noch weiterentwickelt und evaluiert werden müssten. Die KBV sei offen für Verhandlungen: „Wir sind bereit, diese Maßnahmen in Kooperation mit den Krankenhäusern und den Rettungsleitstellen umzusetzen“, hieß es.

Kritik an dem Konzept kommt von dem Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum. Er lehnt den Vorschlag ab, dass nicht-medizinisches Personal wie Pflegende entscheiden soll, wohin der Patient weitergeleitet wird. „Die Beurteilung medizinischer Notfälle sollte auch in Zukunft unter Arztvorbehalt stehen.“

Die Techniker Krankenkasse hat unterdessen vorgeschlagen, zur besseren Patientensteuerung sogenannte Portalpraxen als Teil der Notaufnahme an allen Krankenhäusern zu errichten. Das wurde am Donnerstag bekannt. Diese sollten dann rund um die Uhr die zentrale Anlaufstelle für alle Notfallpatienten sein. In diesen Portalpraxen soll medizinisches Fachpersonal den Behandlungsbedarf beurteilen und den Patienten in die richtige Versorgungsstruktur weiterleiten, also entweder zu einem niedergelassenen Arzt oder ins Krankenhaus. 

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